Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2006
Zufrieden ist Hans-Adolf Jacobsen mit dieser Studie über die innenpolitische Entwicklung Polens seit Ende der achtziger Jahre, die Piotr Buras und Henning Tewes vorgelegt haben. Der Rezensent begrüßt die Kooperation der beiden Wissenschaftler aus Deutschland und Polen, die sich für ihn in einer zweckmäßigen Arbeitsteilung (Innenansichten und Wahrnehmung von außen) äußert. Ihrer Darstellung der überaus komplexen innenpolitischen Entwicklung Polens von 1989 bis 2004 attestiert Jacobsen Ausgewogenheit im Urteil. Bisweilen scheinen ihm die Ausführungen allerdings ein wenig dürftig, etwa wenn es über den Aufbau des polnischen Staatswesens, die Rolle der Streitkräfte oder die Entwicklung innerhalb der Gesellschaft geht. Außerdem stößt sich Jacobsen an den zahlreichen Passagen, in denen die Autoren die Rivalitäten und Feindseligkeiten zwischen den neuen Eliten sowie Korruption, Vetternwirtschaft, Affären und die Unfähigkeit einzelner Politiker anprangern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2006
Nur empfehlen kann Rezensent Louis Gerber dieses Buch über den Weg Polens in die Demokratie, das Piotr Buras und Henning Tewes vorgelegt haben. Er bescheinigt den beiden Politologen, die Entwicklung Polens seit dem Zusammenbruch des Kommunismus "fundiert" und "konzis" zu analysieren, die Ausbildung der polnischen Parteienlandschaft seit 1989 verständlich nachzuzeichnen sowie zahlreiche Hintergrundinformationen zum Verständnis des Landes zu liefern. Noch einmal rekapituliert Gerber die Ereignisse, die zu den ersten freien Wahlen in dem ehemaligen Ostblockland führten. Dabei unterstreicht er, dass die Autoren die postkommunistische Ära keineswegs beschönigen und auch Lech Walesa einer kritischen Würdigung unterziehen. Zu beanstanden hat Gerber das Fehlen von Index und Bibliografie. Er weist zudem darauf hin, dass das Buchmanuskript vor den Wahlen vom Herbst 2005 abgeschlossen wurde.
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