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Wladyslaw Bartoszewski

Kein Frieden ohne Freiheit

Betrachtungen eines Zeitzeugen am Ende des Jahrhunderts
Cover: Kein Frieden ohne Freiheit
Nomos Verlag, Baden-Baden 2000
ISBN 9783789069369
Broschiert, 208 Seiten, 25,05 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Nina Kozlowski. Mit einem Vorwort von Hans Koschnik. Im Verhältnis von Deutschen und Polen hat sich seit 1989 Entscheidendes bewegt. Dennoch sind die gegenseitigen Beziehungen nach wie vor durch die Schatten einer leidvollen Vergangenheit belastet. Wladyslaw Bartoszewski gehört der Generation an, die Krieg, nationalsozialistischen Terror und kommunistische Diktatur am eigenen Leib erfahren hat. Die Reflexionen dieses "bewußten Patrioten und engagierten Europäers" (Hans Koschnick) geben Zeugnis von der dunkelsten Periode in den deutsch-polnischen Beziehungen, schildern aber auch den konsequenten, von großen Teilen der polnischen Gesellschaft getragenen Widerstand gegen braune wie rote Diktatur.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2001

In einer Mehrfachrezension macht der Polen-Korrespondent der SZ, Thomas Urban, knappe Anmerkungen zu drei Büchern über die deutsch-polnischen Beziehungen, von denen er zu Anfang seines Artikels sagt, dass sie so gut seien wie nie zuvor.
1) Wldyslaw Bartoszewski: "Kein Frieden ohne Freiheit"
Der Titel mag ein wenig nach Sonntagsrede klingen, schreibt Urban, aber es hat damit eine tiefere Bewandtnis. Bartozewski, ehemaliger Außenminister Polens, wendet sich damit gegen jene Fraktionen der westdeutschen Linken, die seinerzeit das Kriegsrecht mit dem Argument verteidigten, der internationale Frieden sei wichtiger als die Freiheit für Polen. Versteht man Urban richtig, so setzt sich Bartoszewski, der sowohl die Repression der Nazis als auch der Stalinisten am eigenen Leibe erlebte, in seinen Betrachtungen noch einmal mit dieser politischen Gesinnung im Westen auseinander.
2) Mieczyslaw Tomala: "Deutschland - von Polen gesehen"
Urban erzählt, dass der Autor ein Berater der polnischen Führung in den siebziger Jahren gewesen sei und in seinem "wichtigen Band" eine Menge Material über die Beziehungen zwischen den Ländern in jener Zeit beibringe. Besonders lobt Urban, dass Tomala dabei kein Blatt vor den Mund nimmt und auch heimliche Strategien der damaligen polnischen Führung aufs Korn nimmt. So habe es zum Beispiel Kräfte gegeben, die die damals von der Bundesrepublik gewährten Kredite nicht zurückzahlen wollten.
3) Wlodzimierz/Klaus Ziemer (Hrsg.): "Deutsch-polnische Beziehungen 1939-1945-1949"
Urban betont, dass es sich hierbei um einen verdienstvollen Sammelband einer deutsch-polnischen Historikerkommission handelt und dass hier auch weniger spezialisierte Leser Aufschluss über die deutsch-polnischen Beziehungen in ihrer finstersten Zeit bekommen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2001

Hans-Adolf Jacobsen bespricht das Buch mit Beiträgen des polnischen Außenministers mit jener Diplomatie, wie sie auch ein Politiker an den Tag legen muss. Liest man die Verlautbarungen gründlich, so sickert auch der Tenor durch. Zunächst also viel Lobhudelei für den kompetenten Historiker, leidenschaftlichen Humanisten, aufgeklärten Katholiken, "verantwortungsbewussten Politiker" Bartoszewski, der in 23 kleineren Aufsätzen zu seiner eigenen Geschichte in der "roten und braunen Diktatur", der konfliktreichen Vergangenheit und der gemeinsamen Zukunft beider Länder bzw. Europas Stellung nimmt. Vorsichtig klingt Kritik an, wenn es bei Jacobsen heißt, an "mancher Stelle wäre Konkretisierung wünschenswert" gewesen. Offensichtlich hat es auch die Herausgeberin des Buches versäumt, die Beiträge abzugleichen, da dem Rezensenten Ungenauigkeiten (etwa die Zahl der von den Nazis ermordeten Priester) aufgefallen sind, die einem Historiker eigentlich nicht unterlaufen dürften. Dennoch für Jacobsen ein beeindruckendes Zeugnis eines engagierten Politikers.
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