Qianziwen - Der 1000-Zeichen-Klassiker

Chinesisch/Deutsch
Cover: Qianziwen - Der 1000-Zeichen-Klassiker
Philipp Reclam jun. Verlag, Ditzingen 2018
ISBN 9783150111772
Gebunden, 156 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben, aus dem Chinesischen übersetzt und mit einem Nachwort von Eva Lüdi Kong. Zusammengestellt im 6. Jahrhundert am Hof des Kaisers Wu, der für seine Prinzen ein Lehrbuch wünschte, wurde "Der 1000-Zeichen-Klassiker" über viele Jahrhunderte in China für den Unterricht benutzt: Das Buch wurde gemeinsam rezitiert, auswendig gelernt, und jeder, der im alten China eine Schule besuchte, musste es beherrschen.
Die Zeichen sind aber mehr als nur (Schrift-)Zeichen: Für chinesische Leser rufen sie Vorstellungen auf, Bildungsinhalte, einen Spruch der alten Meister Konfuzius oder Laozi, eine ethische Maxime. Und damit vermitteln sie den gesamten Kosmos chinesischen Weltwissens und chinesischer Kultur, bis in die heutige Zeit.
Es beginnt, natürlich, mit Himmel (天 tian) und Erde (地 dì), es geht weiter mit den Jahreszeiten und den Phänomenen der Natur, den Pflanzen, den Tieren, der Geschichte der Menschen, und bald schon folgen Regeln für die Lebensführung:

"Sobald du erkennst,
Was mangelhaft war,
Musst du es fortan
Tunlich vermeiden.
Was du erlangtest
An tüchtigem Können,
Solltest du nimmer
Wieder vergessen."

Vier Zeichen ergeben jeweils einen Sinnzusammenhang, und acht Zeichen ein kleines Gedicht.
Dieser Text erscheint hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung. Eva Lüdi Kong hat jedes Zeichen in einen kurzen deutschen Vers übertragen. In ihrem ausführlichen Nachwort erläutert die Übersetzerin Entstehung und Bedeutung dieses chinesischen Klassikers.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018

Lea Schneider kennt sich gut aus in der chinesischen Kulturgeschichte. Deswegen hält sie auch nichts von den sinophilen Schwärmereien, denen zufolge alles Weltwissen Chinas auf die Antike zurückgehe. Die Renaissance altchinesischer Texte sei auch Teil einer stockkonservativen Wende, gibt sie zu bedenken. Dies vorausgeschickt, kann sie nicht umhin, in höchsten Tönen die Bedeutung des 100-Zeichen-Klassikers zu rühmen, den Eva Lüdi Kong in einer sehr reflektierten Übersetzung nun auch deutschen Lesern zugänglich macht. In dieses Buch, versichert die Rezensentin, seien viel Wissen, Expertise und kalligrafische Sorgfalt eingeflossen. Es handelt sich dabei um ein Kompendium von tausend Zeichen, das der Hofschriftsteller Zhou Xingsi im Jahr 510 für Kaiser Wu in Reimform bringen musste und das Grundlagenwissen über Geografie, Palastarchitektur und Moral enthält. Dass am Anfang der europäischen Moderne die chinesische Vormoderne stand, wisse man seit Ezra Pounds Übertragung von Gedichten aus der Tang-Dynastie, schreibt Schneider. Seit Kongs Übersetzung des 1000-Zeichen-Klassikers wissen wir, dass es die Reime einer Kinderfibel sind.

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