Die Kunst des Lebens, die Kunst des Sterbens

Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2024
ISBN
9783737101707
Gebunden, 272 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
"Philosophieren heißt sterben lernen", bekannte Montaigne einmal. Er war nicht der Erste, der darauf hinwies, dass das Leben nur von der Endlichkeit her wirklich zu ergründen ist. Die "Ars moriendi", die Kunst des Sterbens, hat eine weit zurückreichende Tradition, und mit ihr untrennbar verbunden ist die "Ars vivendi", die Kunst des Lebens, deren Ursprünge bis in die Antike zurückreichen. Lorenz Jäger greift ein großes Thema auf und fragt, was die Endlichkeit für unsere Lebensführung bedeutet. Er blickt auf früheste literarische Werke wie das Gilgamesch-Epos und die Bibel, auf die fragwürdige Gelassenheit der Stoiker, das japanische Feiern der Vergänglichkeit oder die Unsterblichkeitsträume des Silicon Valley, befragt mit Georg Büchner einen Frühverstorbenen, mit Hans-Georg Gadamer oder Claude Lévi-Strauss Hundertjährige. Dabei spricht Jäger immer auch über unsere Gegenwart, über das, was unser Leben reich und sinnhaft machen kann, über unseren Umgang mit der Zeit angesichts der Endlichkeit, die Gestaltung unserer Ziele und Wünsche.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 11.06.2024
Rezensentin Shirin Sojitrawalla nimmt Lorenz Jägers Buch über das Leben und das Sterben als anregende Einführung ins Thema und Aufforderung zum Selber- und Weiterdenken. Den Bruch mit Traditionen rund um Geburt und Tod, den der Autor konstatiert, gleicht er mit (Vergänglichkeits-)Vorstellungen in der Bibel, in Literatur, Philosophie und Ethnologie ab, so die Rezensentin. Die dabei sich zeigenden Querverbindungen findet sie spannend. Gleichfalls gut gefällt ihr die Neigung des Autors zu Abschweifungen und zum Mäandern. So berichtet Jäger über sein Faible für "Aktenzeichen XY" und gibt Tipps in Sachen Sexualität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2024
Rezensent Eberhard Rathgeb spürt die Traditionen beim Lesen von Lorenz Jägers Buch, das keinesfalls ein Ratgeber ist, wie er entwarnend vorausschickt. Stattdessen sammelt der Autor umsichtig und erhellend Disparates und verknüpft es zu Konstellationen, die dem Rezensenten das Gefühl vermitteln, unaufdringlich geleitet zu werden - von der Bibel und Homer über Marx und Schelling bis zu Joni Mitchell und Brigitte Kronauer. Am Ende weiß Rathgeb mehr über Aspekte des Lebens und Sterbens wie Jugend, Alter oder Lebensverlängerung, spürt ein Gefühl der Ruhe und freut sich so gestärkt, sich wieder mit sich selbst und seiner Lebensbahn befassen zu können.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.04.2024
Nicht im engeren Sinne nützliche, aber doch lehrreiche Gedanken über den Sinn des Lebens und des Sterbens versammelt Lorenz Jäger in diesem Buch, so Rezensent Michael Opitz. Der Autor wende sich dabei der Vergangenheit zu und suche in antiken Texten sowie auch in der Bibel nach Gedanken über den Wert des Lebens und den Sinn des Sterbens. Sterblichkeit wird früh thematisiert, referiert Opitz, in der Geschichte von Adam und Eva genauso wie in der Ilias, auch das Motiv der Wiederauferstehung sowie das Problem des Selbstmordes werden behandelt. Ratgeberliteratur ist das nicht, stellt Opitz klar, vielmehr liegt es am Leser selbst, aus dem Dargelegten Schlüsse zu ziehen. Kritisch merkt der Rezensent am Ende an, dass die gesellschaftlichen Bedingungen des Lebens und des Todes bei Jäger gar keine Rolle spielen.