Aus dem Jiddischen übersetzt von Andrea Fiedermutz und mit einem Nachwort von Bella Bryks-Klein. Der jüdische Autor Rachmil Bryks erzählt über das Leben, das Überleben und das Sterben im Lodzer Ghetto und im Konzentrationslager Auschwitz. Mit seiner außergewöhnlichen Erzählweise überträgt er die Ausweglosigkeit des Ghetto-Alltags, den schmerzenden Hunger und die ständige Angst in schriftliche Form - nicht ohne mit feinem Witz dem Grauen immer wieder zu trotzen.Wer eine Katze - eine wichtige Mausefalle - fängt, bekommt im Lodzer Ghetto einen Laib Brot. Brot ist unbezahlbar und überlebenswichtig, da ansonsten nur mit Kraut- und Rettichblättern gekocht wird. Ebenso essentiell ist Holz, das mit allen Mitteln beschafft wird: die Rückwand des Schrankes, der Fußboden, das Dach, alles, was entbehrlich ist, wird verheizt, um Essen zu kochen und die Kälte zu bekämpfen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2020
Rezensentin Susanne Klingenstein liest Rachmil Bryks Erzählungen aus dem Getto von Lodz in der "insgesamt guten" Übersetzung von Andrea Fiedermutz und staunt, wie gut sich die Geschichten gehalten haben. Dass in ihnen die Juden nicht als Heilige auftreten, dass Bryk seine intime Kenntnis des Gettos in die Texte überträgt, die er mit Pointen ausstattet, vor allem aber dass er den Widerstand gegen die Deutschen und den Erhalt von Würde und Menschlichkeit so plastisch herausarbeitet, macht das Buch für Klingenstein so lesenswert.
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