Rafael Seligmann

Hannah und Ludwig

Heimatlos in Tel Aviv
Cover: Hannah und Ludwig
Langen-Müller / Herbig, München 2020
ISBN 9783784435695
Gebunden, 416 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit Schwarzweißabbildungen. 1933 flieht Ludwig aus Nazi-Deutschland nach Tel Aviv. Der hebräischen Sprache kaum mächtig, arbeitet er sich mit großer Energie und sonnigem Gemüt vom Orangenpflücker zum Prokuristen hoch. Gerade noch rechtzeitig holt er seine Eltern und Geschwister nach Palästina und rettet damit ihr Leben. Als er 1940 die schöne Hannah trifft und die beiden heiraten, zeichnet sich eine glückliche Zukunft ab. Doch persönliche Schicksalsschläge und die politische Unsicherheit im neu gegründeten Staat Israel lassen bei Ludwig und Hannah die Sehnsucht nach der deutschen Heimat wachsen. Zusammen mit Sohn Rafael kehren sie in ein Deutschland zurück, wo die Vorurteile gegen Juden keineswegs der Vergangenheit angehören ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.11.2020

Ausgerechnet "blumige Schilderungen" aus dem Tel Aviv der 1930er und 1940er Jahren haben Rezensentin Alexandra Föderl-Schmid am meisten an diesem Buch beeindruckt - und die verdankten sich den Notizen von Vater Seligmann, auf denen dieser Roman fußt. Sie informiert die Leserschaft, dass dies der Mittelteil einer Trilogie sei, die das Leben der Familie Seligmann zwischen Berlin, Tel Aviv und wieder Berlin zum Thema hat. Der erste Teil (Lauf, Ludwig, lauf) hat sie allerdings mehr überzeugt, vor allem, weil sie die in diesem zweiten Teil herrschende zweifache Ich-Perspektive - je von Mutter und Vater Seligmann - verwirrend findet; oft wisse man nicht, wer gerade spricht. Insgesamt aber hat die Kritikerin diesen Roman wohl halbwegs gerne gelesen, der vorführe, was Auswanderung nach Palästina und Scheitern in Israel für eine deutsch-jüdische Familie bedeutet hat.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.10.2020

In diesem Roman hat Publizist Rafael Seligmann die Flucht seiner Eltern vor den Nazis verarbeitet, weiß Rezensent Klaus Hillenbrand. Ihm zufolge trägt der Autor damit lobenswerterweise dazu bei, die Geschichte der exilierten deutschen Juden in Israel zu erhellen, und dabei mit dem Tabu zu brechen, über das Scheitern vieler Geflüchteter dort und ihre spätere Rückkehr nach Deutschland zu informieren. Auch mit der kunstvollen Schilderung der eigenen Geburt hat der Autor Hillenbrand beeindruckt.

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