Als Mädchen war Sophia heftig in Karim verliebt, dennoch heiratete sie einen reichen Goldschmied. Als Karim jedoch unschuldig unter Mordverdacht geriet, rettete sie ihm das Leben. Wann immer sie ihn brauche, verspricht er, wird er ihr helfen, auch unter Lebensgefahr. Viele Jahre später kehrt Sophias einziger Sohn Salman aus dem Exil in Italien nach Damaskus zurück. Plötzlich entdeckt er sein Fahndungsfoto in der Zeitung und muss untertauchen. Jetzt erinnert sich Sophia an das Versprechen Karims, der im Alter eine neue Liebe gefunden hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2015
Rezensentin Sabine Berking annonciert hocherfreut Rafik Schamis neuen Roman "Sophia oder der Anfang aller Geschichten". Sie bewundert nicht nur die orientalische Poesie des deutsch-syrischen Autors, sondern liest auch einen spannenden Polit-Thriller, der sie auf eine Reise von den syrischen Nachkriegsjahren bis zum Beginn des Arabischen Frühlings nimmt. Gebannt folgt sie dem Protagonisten Salman, der aufgrund einer grotesken Mordanschuldigung untertauchen muss und in ein Netzwerk aus Geheimdiensten, Korruption und Gewalt der syrischen Diktatur gerät. Dieser ausgezeichnete Roman, lobt die Kritikerin, gewähre tiefe Einblicke in die syrische Gesellschaft und die Ursachen der aktuellen Situation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.09.2015
Mit großem Genuss hat Rezensent Martin Oehlen diesen Roman über einen syrischen Exilanten gelesen, der als einstiger Widerständler vor dem Assad-Regime nach Deutschland geflohen ist und nun, bei einer nostalgischen Reise in die Heimat mit nunmehr deutschem Pass, ein verändertes Land vorfindet, wo ihn jedoch bald alte Konflikte heimsuchen. Am stärksten ist der Roman immer dann, so Oehlen in seiner so kleinteiligen wie zitatefreudigen Besprechung, wenn er das brutale Vorgehen des "gemeingefährlichen Folter-Regime" in Syrien kritisiert. Der Rezensent würdigt Schami als großartigen epischen Erzähler, der seine Geschichte nicht nur souverän und mit reger Erzählfreude strukturiere, sondern auch an allen Stellen, wo sich die Möglichkeit dazu biete, mit vielen Details und "plastischen Bildern" reichere.
Rezensentin Katharina Teutsch verrät über Rafik Schamis neuen Roman "Sophia oder der Anfang" nur, dass ein Exilant nach langer Abwesenheit nach Syrien zurückkehrt, dort dann von der Polizei gesucht wird, und es - wie es bei Schami eben so ist - viele blumige Sätze gibt. "Sprachsüßspeisen" nennt Teutsch das, doch daran stören will sie sich nicht. Schami ist eben Humanist, meint sie, einer, der auf die Liebe setzt, nicht auf Nihilismus. Teutschs Artikel ist zwar vor allem ein Porträt des Autors, aber man wünschte sich doch, sie hätte etwas mehr über das Buch erzählt.
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