Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2000
In mancher Hinsicht enttäuscht zeigt sich Harald Biermann von dieser Biographie Wilsons, den er eigentlich für einen der besten - wenn nicht sogar für den besten - Lawrence-Kenner überhaupt hält, und von dem er sich erhofft hatte, dass er dem Mythos um Lawrence in seiner Biografie etwas entgegen setzen würde. Hierin sieht er Wilson jedoch "in tragischer Weise" gescheitert. Zwar unterstützt Wilson keineswegs die Mythenbildung, so Biermann, doch bleibt das Bild, das Wilson von Lawrence zeichnet, in vieler Hinsicht blass und oberflächlich. Wilson hat ausdrücklich erklärt, mit diesem Buch keine "Spekulationen über psychologischen Fragestellungen" zu unternehmen. Dies erwartet der Rezensent auch nicht von dem Autor, allerdings hätte er etwas tiefer schürfende Deutungsversuche durchaus begrüsst. In dieser Hinsicht sei das Buch von John E. Mack sehr viel einfühlsamer. Darüber hinaus vermisst Biermann bisweilen ein näheres Eingehen auf den gesellschaftlichen Kontext der damaligen Zeit, in dem Lawrence als Persönlichkeit auch betrachtet werden sollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Eine ärgerliche Rezension von Regine Welsch, die alles voraussetzt: sowohl Kenntnis über Leben und Werk ("Seven Pillars of Wisdom") des Engländers Thomas E.Lawrence als auch über seine Idealisierung im Film "Lawrence of Arabia" von David Lean. Von solcher Höhe herab kritisiert sie den Verfasser der neuen Biografie und wirft ihm vor, es sei ihm allzu sehr um eine politisch korrekte Version seines Helden gegangen. Vielleicht hat sie Recht, aber ihr eigenes Interesse am schillernden Leben von Lawrence, seinem Abenteurertum und politischem Opportunismus, verquaster Homosexualität (die nicht erwähnt wird) und anspruchsvoller Schriftstellerei, wird kein bisschen deutlich. Am Ende zitiert sie Lawrence, von dem sie bei der Lektüre dieser Biografie "wirklich etwas gelernt" hat, nämlich dass wirkliches Lernen nicht Akkumulation sei, sondern Vergessen: man wünscht sich, sie hätte es selbst beherzigt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…