Mit 111 Abbildungen. Eine neue Generation von Künstlerinnen und Künstlern hat sich in den letzten zehn Jahren an den verschiedensten Gebieten abgearbeitet, an Ökonomie, Ökologie und Naturwissenschaft. Sie hat dem Kunstbetrieb frisches Blut zugeführt im Crossover mit Popkultur, Design und neuen Medien. Sie hat - wieder einmal - tradierte Kunstbegriffe gesprengt. Klug und spannend, spekulativ und fundiert zugleich berichtet Raimar Stange aus dem Backstage-Bereich des Kunstbetriebs und zeichnet die Entwicklung der Kunstszene von den Neunzigern bis heute nach. In einem Mix aus Beschreibung und Interpretation von Kunst(werken), Reportagen über Atelier-, Galerie- und Ausstellungsbesuche, Künstler-Porträts sowie theoretischen Passagen wird die lebendige Szene der Gegenwartskunst beleuchtet, dazu Hinweise, wie sich der bislang uninformierte Betrachter dieser Kunst am nutzbringendsten nähert.
Brigitte Werneburg hat bei Raimar Stange neue Wege des Schreibens über Kunst ausgemacht. In seiner Darstellung neuerer Trends seit den neunziger Jahren, erklärt Werneburg, wird der Haupttext ergänzt durch Magazinelemente wie dem standardisierten Interview und der kommentierenden Marginalspalte - eine sehr angemessene Form, findet sie, um bei der aufgefächerten künstlerischen Praxis und Theorie der Gegenwart generellen Entwicklungen auf die Spur zu kommen. Stanges Befund: Vom "Aufbruch in den frühen neunziger Jahren" führe der Weg wieder zurück "an die traditionellen Orte der Kunst" - der "Überschreitung" als politisches Ausdrucksmittel werde zunehmend misstraut. Die Rezensentin findet das bei Stange nicht nur "überlegt, fundiert und anregend" dargestellt, sondern auch "in unaufwändiger Weise" kritisch begleitet.
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