Claus Leggewie hatte sich von dem Erscheinen dieses Bandes offenbar mehr versprochen. Zwar hält er das Autorenteam, wie er betont, durchaus für "erfahren" und weiß auch zu schätzen, welch vielfältige Internet-Seiten von Neonazis sie in ihrem Buch vorstellen. Doch nach Leggewie reichen die Darstellungen über die des Verfassungsschutzes nicht hinaus: Viele Daten, doch "wenig Tiefgang", diagnostiziert Leggewie, dem die Untersuchungen des Berliner Autors Burkhard Schröder (www.burks.de) wesentlich besser gefallen. Grundsätzlich problematisch findet Leggewie, die Untersuchungen über Web-Seiten in Buchform zu veröffentlichen, da die vorgestellten Internet-Auftritte sich bei Erscheinen des Bandes bisweilen längst überholt hätten. Darüber hinaus machen sich die seiner Ansicht nach mangelnden Internet-Kenntnisse der Autoren und ihr fehlendes "Gespür für die Subkultur" hier auf bedauerliche Art bemerkbar. Leggewie sieht als Folge davon das Problem, die Bevölkerung in unnötige Panik zu versetzen, "statt nüchtern auf die (...) Gefahr zu reagieren". Gut gefällt ihm jedoch, dass die Autoren nicht für Verbote bzw. Filtersysteme im Internet eintreten, sondern für eine "inhaltliche Auseinandersetzung mit Rechtsradikalen". Doch auch hierüber erfährt der Leser letztlich zu wenig, findet Leggewie.
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