Loyalität genießt einen guten Ruf. Zu Unrecht, findet Rainer Hank. Denn sie steht der Freiheit entgegen, und nicht nur das: Sie blockiert Veränderung, sie fördert Betrug (etwa in der Firma) und sie führt dazu, dass wir an ungesunden Bindungen festhalten (etwa zum eigenen Milieu). Loyalität ist typisch für ein Stammesdenken, das sich aggressiv nach außen verhält, nach innen Gehorsam fordert und Abweichler als Verräter brandmarkt. An vielen Beispielen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zeigt Rainer Hank, warum Loyalität zur Falle wird und wie wir uns daraus befreien können - um wieder unseren eigenen Kopf zu gebrauchen.
Rezensentin Andrea Seibel ist gespannt, wie der Wirtschaftsjournalist Rainer Hank den Begriff der Loyalität in die Zange nimmt. Hanks Versuch, Loyalität als Schwäche darzustellen, als Feind der Autonomie und der Freiheit, und Illoyalität als "Akt der Dissidenz", findet Seibel stellenweise stark. Etwa dann, wenn der Autor Herkunft und Familie und den Mangel an "Aufstiegswillen" kritisiert, Treue unter Stalin und Trump. Sind das eigene Gewissen und die eigene Mündigkeit wichtiger für die Demokratie als die Loyalität? Anregende Lektüre, findet Seibel.
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