Die Bewohner des alten Peking - vom Kaiser bis hin zum einfachsten Untertanen - waren darin vernarrt, den Lauten von Vögeln zu lauschen, neue für sie zu erfinden, natürliche zu verändern, sie ganze Strophen trällern zu lassen oder ihnen kuriose Manieren beizubringen, um sie anderen vorführen zu können. Die Utensilien: Käfige, Käfiggriffe, Sitzstangen, Fress- und Trinknäpfe, Gestelle, Rahmen, Halsfesseln, Kästchen, Schächtelchen und vieles mehr, von dem Klouberts kurioses Sittengemälde berichtet, sind leider für immer verschwunden - die konfuzianischen Tugendwächter hatten nur wenig für Vögel übrig.
Großes Vergnügen und zugleich Einblicke in die Welten tieferer Weisheit hat die Lektüre dieser Kulturgeschichte Tilman Spengler ermöglicht. Ganz vernarrt und bezaubert gibt er einige Anekdoten des Buches ebenso wieder wie zutiefst Mythisches oder Wissenswertes. Er lobt das Buch des studierten Sinologen über die "gefiederte Kunst des schönen Scheins" außerdem für seinen enzyklopädischen Ansatz, und den Sinn für die unterschiedlichen Facetten der chinesischen Vogelliebe.
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