Bequemlichkeit hat viele Facetten und Gesichter. Das Spektrum reicht von der behaglichen Entspannung auf dem Sofa und den Routinen des Alltags bis zu einem besonderen Geschick, andere für sich arbeiten zu lassen. Das Streben nach Entlastung und Normalität ist ein grundlegendes Prinzip der Vergesellschaftung. Der soziologisch-philosophische Essay spannt den Bogen vom sinnlichen Leiberleben über die Analyse von Alltag und Gewohnheit bis zur freiwilligen Knechtschaft und dem unbequemen Gebrauch der Freiheit.
Bequemlichkeit ist eine sehr menschliche, sehr weit verbreitete Eigenschaft, lernt Kritikerin Sieglinde Geisel von Rainer Paris. Formulierungen wie die von Bequemlichkeit als "leiblich-mentale Haltung äußerer und innerer Ruhe" klingen zwar gut, so Geisel, aber viel dahinter steht für sie leider nicht. Auch die im Titel angekündigte Theorie sucht sie vergebens, vielmehr findet sie hier Überlegungen und Assoziationen, die ihr aber nicht uninteressant scheinen. Insgesamt ist sie allerdings nicht so recht überzeugt und mutmaßt, dass der Autor wohl seinem Untersuchungsgegenstand anheimgefallen sein könnte.
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