Sind Philosophien wie z.B. die indische und die europäische wirklich radikal verschieden? Ram Adhar Mall bestreitet dies und behauptet, dass die Philosophien - nicht nur interkulturell, sondern ebenso intrakulturell - eine Art Familienähnlichkeit" aufweisen. Der Name bzw. Begriff Philosophie' ist zwar griechisch-europäisch, aber nicht die Sache, die Tätigkeit, die sich Philosophieren nennt. Dies gilt nicht zuletzt für die großen Traditionslinien der indischen Philosophie. Von den Veden über den Hinduismus und Buddhismus bis hin zu Mahatma Gandhis Philosophie der Gewaltlosigkeit zeigt sich ihr großer geistiger Reichtum. Der Autor stellt nach einem kurzen Überblick über die Entwicklung der indischen Philosophie deren einzelne Disziplinen wie Anthropologie, Erkenntnistheorie, Logik, Ethik oder Ästhetik vor. Im Dialog mit der westlichen Tradition macht er deutlich, dass die indische Philosophie oft einseitig unter religiösen Vorzeichen gesehen wurde. Neben der Korrektur solcher langlebiger Vorurteile geht es ihm darum zu zeigen, wie die indische Philosophie als Ort des Übergangs vom Denkweg zum Lebensweg, der beiden gleichermaßen ihr Recht zugesteht, dazu beitragen kann, die philosophischen Grundfragen heutiger Menschen interkulturell neu zu begreifen. Dieses Buch möchte, indem es unterschiedliche Philosophietraditionen miteinander ins Gespräch bringt, jeweils neue Möglichkeiten philosophischen Denkens eröffnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2013
Als Angebot, sich mit der indischen Philosophie zu befassen, nimmt Rezensent Martin Kämpchen das Buch des indischen, über Hume promovierten, heute in Jena lebenden Philosophen Ram Adhar Mall. Im Vergleich mit der abendländischen Philosophie, so erklärt Kämpchen das Vorgehen des Autors, versucht Mall Denk- und Wollensweisen indischer Philosophien zusammenfassend darzustellen. Wenn Mall dabei auf Idealisierungen verzichtet, ist der Rezensent erleichtert, stellt aber zugleich fest, dass die indische Philosophie bei Tagore und Gandhi aufhört und eine Befassung mit aktuellen Themen, wie Ökologie, Menschenrechte oder Geschlechterfragen, (noch) nicht stattfindet.
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