Aus dem Amerikanischen von Monika Schmalz. Nachdenken, miteinander reden, die Welt sehen und einfach nur da sein. Das hat sich Shep für den Rest seines Lebens vorgenommen. Nach so vielen Jahren will er endlich seinen Job und die Staus auf dem Brooklyn-Queens-Expressway, all den Ärger des Alltags hinter sich lassen. Die knappe Million Dollar aus dem Verkauf seiner Firma soll diesen Traum Wirklichkeit werden lassen. Doch da teilt ihm seine Frau Glynis eine bestürzende Nachricht mit - sie ist schwer krank, und Shep wird vermutlich all sein Geld brauchen, um sie nicht für immer zu verlieren. Mit Anteilnahme beschreibt Lionel Shriver den tiefgreifenden Wandel einer Ehe, in der eine lebensbedrohliche Krankheit auch eine Chance für neue Zärtlichkeit, Nähe und sogar Humor bietet...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2011
Franziska Sperr zollt der amerikanischen Autorin Lionel Shriver Respekt dafür, so große Themen wie das amerikanische Gesundheitssystem, Selbstmord, Sterbehilfe oder Altenversorgung anzupacken. Es geht in diesem Roman um einen Familienvater, der Aussteigerträume hegt, bis er erfährt, dass sein dafür unter großen persönlichen Opfern angespartes Geld für die schwere Erkrankung seiner Frau draufgehen wird, erklärt die Rezensentin. Die Genauigkeit, die die Autorin bei der minutiösen Beschreibung der physischen Phänomene des Krankheitsverlaufs aufwendet, lässt Sperr offenbar mehr erfahren als ihr lieb ist. Demgegenüber moniert sie die Charakterzeichnung der Figuren und die Darstellung ihres Seelenlebens als sträflich vereinfacht und viel zu grob. Dass dann auch in der Übersetzung ins Deutsche mehr und mehr Schnitzer auftauchen, verstärkt das Missvergnügen der Rezensentin, und sie ist sich noch nicht einmal sicher, ob die sprachlichen Missgriffe wirklich alle der Übersetzerin Monika Schmalz anzulasten sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2011
Nicht direkt ein Lebenshilfe-Buch, aber doch eine recht direkt am Selbsterlebten entlang geschriebene Geschichte hat sich die Literaturchefin der FAZ, Felicitas von Lovenberg, als Aufmacher der Literaturbeilage zum Frühjahr 2011 auserkoren. Auch eine Aussage über die deutsche Literatur der Saison! Aber Lovenberg ist ernstlich und glaubhaft begeistert von Shrivers Roman, von dessen kitschiger Aufmachung und etwas peinlichem Titel man sich nicht täuschen lassen solle. Im Original lautet der Titel: "So Much for That" - "So viel dazu". Was Lovenberg an diesem Ehe- und Krankheitsroman beeindruckt hat, ist gerade sein Pragmatismus, seine genaue Recherche und der völlige Mangel an Sentimentalität. Dem Leser werde bis zum "sehr amerikanischen" (und natürlich nicht verratenen) Ende nichts vorgemacht. Lovenberg fühlt sich zugleich an den Realismus von Romanen des 19. Jahrhunderts und an den klinischen Blick der Fernsehserie "Mad Men" erinnert.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…