Mit SW-Abbildungen. Die Bestattungskultur in Deutschland hat sich in den letzten zwanzig Jahren radikal verändert. Neben der traditionellen Beisetzung auf dem Friedhof haben sich See- und Luftbestattungen weiter etabliert ebenso wie Friedwälder und Kolumbarien. Und der Trend zum kreativen Umgang mit Trauer, Sterben und Tod hält an. Immer mehr Menschen suchen entsprechend persönlicher Merkmale wie z.B. Alter, Geschlecht, Rasse, Herkunft, Religion, Weltanschauung und sexueller Orientierung neue Möglichkeiten, ihren "letzten Weg" aktiv mitzugestalten. Reiner Sörries zeigt, welches Potenzial eine plurale Gesellschaft auch in Hinblick auf den "letzten Weg" entfalten kann und dass ein Comeback der traditionellen kirchlichen Bestattung durchaus möglich ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2016
Rezensent Thomas Macho lernt eine Menge über den Wandel der Bestattungskultur im Buch des Archäologie- und Kunsthistorikers Reiner Sörries, der, wie Macho weiß, schon über die Kulturgeschichte des Friedhofs geforscht hat. Wenn der Autor nun die Hirtenbriefe katholischer Bischöfe auf die Entwicklung anonymer Bestattungen und Friedwälder hin untersucht, um eine Individualisierung des Bestattungswesens nach Kategorien wie Gender, Sex, Age und Handicap festzustellen, kann Macho gut folgen. Bis der erste Friedhof für Schrebergärtner kommt, scheint dem Rezensenten nur eine Frage der Zeit zu sein.
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