Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Europa steht ratlos vor dem geopolitischen Kampf zwischen den USA und China, dem Brexit, der Flüchtlingskrise, Corona-Pandemie und einer Rezession. Nationale Alleingänge untergraben das große europäische Friedensprojekt. Die Union droht zu zerbrechen, sie ist gespalten in Gewinner und Verlierer, Reiche und Arme, Gebildete und Abgehängte. Wie kann Europa seine Wählerinnen und Wähler noch überzeugen? Mit Ehrlichkeit! Der niederländische Historiker René Cuperus hat viele Regierungen beraten. Er räumt auf mit sieben zentralen Mythen utopischer Pro-EU-Föderalisten wie auch fremdenfeindlicher Anti-EU-Populisten. Will die Mehrheit der Europäer wirklich eine "immer engere Union"? Sind die Nationalstaaten bedeutungslos geworden? Scheitert Europa am Euro? Sind wirklich alle Mitgliedstaaten gleich? Wird die Europäische Kleinstaaterei überleben?
Rezensent Heinrich August Winkler rät zur Lektüre dieses Buches des niederländischen Publizisten Rene Cuperus. Aktuell und lesenswert erscheinen ihm die Gedanken des "bekennenden Sozialdemokraten" und Europäers unter anderem hinsichtlich eines EU-feindlichen Nationalpopulismus, nötiger Mehrheitsentscheidungen im Europäischen Rat, einer drohenden Mythisierung Europas und einer Vision von einem europäischen Bundesstaat. Als Korrekturhandreichung zu "möglichen Selbsttäuschungen" in Sachen Europapolitik und Russland sei der Band allen deutschen Politikern empfohlen, meint Winkler.
Rezensent Winfried Dolderer schätzt die niederländische Perspektive, die der Historiker Rene Cuperus auf die Probleme der EU einnimmt. Lesenswert findet er, was Cuperus schreibt, aber auch aus anderen Gründen. So erscheint ihm der Hinweis des Autors auf die fehlende Balance zwischen europäischer Integration und nationalstaatlicher Souveränität bedenkenswert. Wenn Cuperus im Hinblick auf Polen und Ungarn "Grenzen der Diversität" aufzeigt und angesichts von Rechtspopulismus und Nationalismus zur Vorsicht mahnt, erkennt Dolderer darin einen lesenswerten Beitrag zur Debatte auch hierzulande.
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