Die Europäische Union wird größer. Doch was gehört dazu und wo liegen die Grenzen? Zeigt sich am Fall der Türkei, was nicht dazugehören kann, wenn das, was zusammenwächst, auch zusammengehören soll? Hinter solchen Fragen steht jene nach der Identität Europas und die, ob die Europäische Union überhaupt eine Identität braucht, um zu leisten, was ihre Bürger von ihr erwarten. Was aber wäre es, das die Kulturen der Länder Europas heute miteinander verbindet? Gehört Religion dazu? Könnte ein Euro-Islam Teil der europäischen Identität sein? Anhand historischer und aktueller Problemanalysen untersucht Thomas Meyer, ob aus einem politischen Verband ohne gemeinsame Identität ein demokratisches Gemeinwesen werden kann, mit dem sich die Bürger identifizieren, und geht dabei ein auf den Vertragsentwurf für eine europäische Verfassung, den der Konvent im Sommer 2003 vorlegt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2004
"Anregend" findet Rezensent Stefan Fröhlich diesen Essay von Thomas Meyers über die Frage nach einer europäischen Identität. Schon bei seiner begrifflichen Klärung des Begriffs macht Meyer nach Ansicht Fröhlichs deutlich, dass es ihm nicht um ein uniformes Gesellschaftsmodell geht, betrachte er doch Diversität und Heterogenität als das hauptsächliche Charakteristikum der EU. Meyer betone, dass zur modernen europäischen Identität nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie, Religion oder Kultur gehöre, sondern eine bestimmte Art des Umgangs mit Religion, Religiosität und Kultur im öffentlichen Leben. Europäische Identität sei daher in erster Linie eine politische Kultur des Umgangs mit Kulturen und nicht der Glaube an den besonderen Wert von einzelnen Religionen, Kulturen und Weltanschauungen, referiert Fröhlich. Notwendig sei daher eine politische Identität, schreibt Fröhlich, "die gerade in der Überzeugung begründet liegt, dass der Sinn des Integrationsprozess eben in der Akzeptanz kultureller Differenz besteht."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.06.2004
Der mit Ck zeichnende Rezensent findet zwar, dass die Ausführungen zur Identität Europas von Thomas Meyer "nicht leicht zu lesen" sind. Doch liegt das seiner Ansicht nach in dem "hochkomplexen Thema begründet, wie er betont. Der Autor begreift Identität als eine "Art menschliches Lebensmittel", referiert der Rezensent, der von den überzeugenden Thesen und den "überraschend schlüssigen Metaphern", die Meyer in seinen Ausführungen entwickelt, sehr angetan ist. Er schließt sich der Überzeugung des Autors, dass nur eine "gemeinsame Identität" in Europa auch die gewünschte "Stabilität" schafft, gerne an und findet auch den Standpunkt des Autors, dass eine gemeinsame politische Identität die "Suche nach einer gemeinsamen kulturellen Identität" in Europa obligat werden lasse, durchaus überzeugend.
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