Rene Girard

Das Ende der Gewalt

Analyse des Menschheitsverhängnisses. Erkundungen zu Mimesis und Gewalt mit Jean-Michel Oughourlian und Guy Lefort
Cover: Das Ende der Gewalt
Herder Verlag, Freiburg 2009
ISBN 9783451293856
Gebunden, 416 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Ungekürzte Neuausgabe. Aus dem Französischen von Elisabeth Mainberger-Ruh. Rene Girard analysiert den Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt. Als Ursache macht er die Aneignung und Nachahmung gewalttätigen Verhaltens aus. Die Klärung dieses Nachahmungstriebs ist für ihn der Schlüssel - zum Verständnis kultureller Errungenschaften ebenso wie von religiösen Ritualen und Opferriten. Sie ist auch der Weg zur Eindämmung von Gewalt. Wie der bewusste Verzicht auf Gewalt und Opfer möglich sein kann, zeigt Girard in Auseinandersetzung und Neuinterpretation der jüdisch-christlichen Tradition. Mit dem Erscheinen dieses Buches liegt Girards Frühwerk nun erstmals komplett in deutscher Sprache vor, es enthält die Theorie des mimetischen Begehrens und im dritten Teil "Die interdividuelle Psychologie" sowie eine Einleitung von Ralf Miggelbrink, Professor für systematische Theologie an der Universität Essen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2009

Wahrheit ist möglich. Die erste vollständige Übersetzung von Rene Girards bereits 1978 erschienenem Werk lässt es den Rezensenten und Psychoanalytiker Eberhard Th. Haas erkennen. Durch die dreigliedrige Struktur des Bandes führt uns Haas in seiner Besprechung und stellt fest: Girard steht nicht nur auf Freuds Schultern. Sein Anliegen, Freuds Untersuchungen zu den Anfängen der Kultur mit einer "Fundamentalanthropologie", der Analyse jüdisch-christlicher Texte sowie einer massenpsychologisch ausgerichteten "Interdividuellen Psychologie" und einer mimetischen Theorie zu systematisieren und zu aktualisieren, sieht Haas hier eingelöst. Der Eröffnung neuer Horizonte für das Verständnis von Psychopathologien in diesem Buch steht laut Haas leider ein schwerer Mangel gegenüber. Girards Blindheit in Bezug auf das Intrapsychische. Damit, so Haas, fehle Girards mimetischer Theorie ein wichtiger Anwendungsbereich.
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