Aus dem Französichen von Andreas Platthaus. Bretagne, Anfang der 90er-Jahre. Riad Sattouf kämpft mit mehr als den üblichen Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens: Sein Vater hat Fadi, den jüngsten Bruder, entführt und bleibt mit ihm verschwunden. Die verzweifelte Familie setzt alles daran, die beiden zu finden. Währenddessen geht das Leben in Frankreich weiter. Riad lernt ein Mädchen kennen, versucht sich bei Partys zu amüsieren und zu entscheiden, was er werden will. Doch was ist, wenn er seinen Bruder nie mehr wiedersieht?
Rezensent Andreas Fanizadeh scheint sich dem lobenden Vergleich, den die französische Presse zwischen Riad Sattouf und den Comic-Zeichnern René Goscinny und Jean-Jacques Sempé (Der kleine Nick) anstellte, anschließen zu wollen. Mit der gleichen kindlichen Neugier erzähle der 1978 in Paris geborene Autor in seiner erfolgreichen Graphic-Novel-Reihe, von der nun der fünfte Band erschienen ist, von seiner Kindheit zwischen Frankreich und dem Nahen Osten, zwischen seiner französischen Mutter und seinem syrischen Vater. Wie Sattouf den von den Eltern erbittert geführten "Kulturkampf" und dessen Auswirkungen auf den kleinen Riad schildert, der schließlich die Augen aufreißt, um nicht hinterhältig zu wirken, wie Fanizadeh zitiert, packt den Rezensenten. Insbesondere die Zeichnung des Vaters als Patriarch zwischen Panarabismus und Panislamismus, der Frankreich zum Land "westliche Verderbnis" erklärt und des Rassismus bezichtigt, selbst aber voller Vorurteile steckt, scheint großen Eindruck bei Fanizadeh hinterlassen zu haben - die Flucht vor diesem "Araber von gestern" gestaltet sich als schwierig, schließt er.
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