Übersetzt von Niki Graça und Esther Alexander-Ihme. Rivka Basman Ben-Haim, 1925 in Litauen geboren, ist eine renommierte jiddische Dichterin. Sie lebt in Israel. Während des Zweiten Weltkrieges war sie im Wilnaer Ghetto und im KZ Riga-Kaiserwald interniert. Zu dieser Zeit fing sie an zu schreiben. Nur selten thematisiert sie den Holocaust explizit, doch die Erinnerung daran lässt ihr lyrisches Ich nicht los. In der Liebe, der Poesie und der Begegnung mit der Natur findet es immer wieder Halt. "Tauben sprechen Jiddisch" ist die erste eigenständige Publikation der Dichterin auf Deutsch. Der zweisprachige Band bietet einen Querschnitt durch ihr Werk.
Dirk Schümer möchte Rivka Basman Ben-Haim nicht nur als Shoah-Überlebende sehen und würdigen, sondern als Dichterin eigenen Rechts. Dass die Autorin ihre Texte weiterhin auf Jiddisch verfasst, hält er für bemerkenswert. Den zweisprachigen Band mit den Übertragungen von Niki Graca und Esther Alexander-Ihme findet Schümer kostbar wie einen Kassiber aus einer anderen Welt. Die Bildlichkeit der Texte scheint ihm unaufdringlich, auch wenn das erlebte Grauen (etwa der Todesmärsche), das sie mitunter beschreiben, den Leser erreicht.
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