Vilne - Wilna - Wilno - Vilnius

Eine jüdische Topografie zwischen Mythos und Moderne
Cover: Vilne - Wilna - Wilno - Vilnius
Hentrich und Hentrich Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783955652043
Kartoniert, 202 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Vera Kotowski und Julius Schoeps. Der Band bietet eine historische Rückschau auf die wechselvolle Geschichte zwischen der Etablierung eines Zentrums rabbinischer Gelehrsamkeit und der Ghettoisierung und Ermordung der Wilnaer Juden durch Hitler-Deutschland. Autorinnen und Autoren aus Litauen und Deutschland stellen ihre Forschungsprojekte vor und erörtern Fragen zu den bisher kaum betrachteten Wechselwirkungen der verschiedenen jüdischen, insbesondere jiddischen Kulturen in Berlin und Wilna zwischen Haskala und Holocaust. Mit Beiträgen von Christoph Dieckmann, Margret Heitmann, Elke-Vera Kotowski, Stephan Kummer, Mindaugas Kvietkauskas, Ruth Leiserowitz, Lara Lempert, Sarunas Liekis, Gertrud Pickhan, Julius H. Schoeps, Gudrun Schroeter, Sandra Studer, Irena Veisaite, Markas Zingeris.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2017

Rezensentin Susanne Klingenstein lernt mit dem von Elke-Vera Kotowski und Julius H. Schoeps herausgegebenen Aufsatzband das vergangene jüdische Leben in Wilna kennen. Von der Zerstörung des Gettos berichtet ihr Christoph Dieckmann, während deutsche und litauische Historiker und Literaturwissenschaftler laut Klingenstein in ihren Beiträgen zu erfassen versuchen, was heute vom jüdischen Wilna übrig ist. Am lebendigsten geraten für die Rezensentin die Texte von Autoren, die des Jiddischen mächtig sind und so "die Steine zu sprechen bringen", Tagebücher aus dem Getto und erzählende Texte jiddischer Schriftsteller wie Abraham Sutzkever, wie Klingenstein erklärt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2017

Rezensent Volker Breidecker freut sich über das von Elke-Vera Kotowski und Julius Schoeps herausgegebene Buch, das Dokumente einer Konferenz versammelt und laut Rezensent den Versuch unternimmt, auf neuestem Forschungsstand, begleitet von Illustrationen, eine Rückschau zu bieten auf das jüdische Leben Wilnas. Dass im Stadtraum kaum Spuren übriggeblieben sind und eine Aufarbeitung der Pogrome nur allmählich in Gang kommt, bedauert der Rezensent. Umso wichtiger erscheint ihm der Band, dessen Beiräge und Zeitzeugenberichte an die systematische Auslöschung der jüdischen Gemeinde von Litauen und Vilnius durch die Nationalsozialisten erinnert, wie "vobr" erläutert.

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