Nichts scheint mehr selbstverständlich und sicher zu sein. Nicht die Art, wie wir wirtschaften und arbeiten werden, nicht die Werte von Demokratie und Menschenrechten, noch nicht einmal, was privates Glück in Zukunft sein wird. Und das alte Stabilitätsversprechen wird keine neue Sicherheit bringen. Dringlich stellt sich daher die Frage, was die Gründe für die Verunsicherungen und zunehmend schneller ablaufenden Krisen sind. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen der letzten Jahre, die von Erfolgen geprägt waren, ihn aber auch zu einer Projektionsfläche des Hasses gemacht haben, sucht Robert Habeck in seinem neuen Buch Antworten auf die Frage, warum der Erfolg der liberalen Demokratie zum Misserfolg zu werden droht. Selbstkritisch tastet er sich an die blinden Flecken der Politik der letzten Jahrzehnte und ihre Widersprüche heran. Und entwirft eine Politik, die nicht mehr nur reparieren will, sondern die die Probleme und Verluste des Fortschritts möglichst gar nicht erst entstehen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2021
Rezensent Matthias Wyssuwa nimmt es Robert Habeck nicht übel, dass er ziemlich feierlich und als großer Versteher rüberkommt in seinem neuen Buch, schließlich ist immer Wahlkampf. Genau zu lesen, empfiehlt der Rezensent Grünen und ihren Fans daher. Zwischen Habecks Schwiegereltern-Anekdoten entdeckt Wyssuwa interessante Gedanken zur Spaltung der Gesellschaft, zu den weniger schönen Seiten des Kapitalismus und über Habecks Ansichten zur "Spirale der Abwertung". Ob Habeck nun Kanzler macht oder nicht, steht für Wyssuwa höchstens zwischen den Zeilen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.01.2021
Rezensent Robert Probst hält das Buch des Grünen-Chefs Robert Habeck für erstaunlich. Dass Habeck keinen Wahlkampf betreibt, sondern eine bisweilen philosophische, dann wieder persönliche Analyse von Politik und Gesellschaft vorlegt, überrascht und gefällt Probst. Über Habecks Verhältnis zur Macht erfährt Probst genauso etwas wie über seinen an die Ausführungen von Andreas Reckwitz anschließenden Wunsch, die Angst vor Veränderung in der Gesellschaft zu ergründen und ihr möglichst zuvorzukommen. Was mit der Kanzlerkandidatur ist, erfährt er dagegen nicht. Sprachlich und strukturell ist das Buch laut Rezensent zwar nicht eben einfach gebaut, die Lektüre lohnt sich schon aber, schon weil Habeck einer ist, der eigene Fehler eingesteht, meint Probst.
Rezensent Peter Unfried findet es erfrischend, dass Robert Habeck hier eine Hypothese von einer grünen Regierung entwirft. Der Partei-Co-Vorsitzende gebe eine treffende und mit aktueller Referenzliteratur unterfütterte ökonomische Analyse, die seinen Grundgedanken stützt: Die politische Mitte dürfe nicht mehr als gesinnungshomogene Gruppe gedacht werden, sondern pluralistisch und dynamisch, mit einigen wenigen fixen Basiszielen, zu denen der Klimaschutz genauso selbstverständlich zählen müsse wie die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Dem Kritiker zufolge will der Autor das über die Einrichtung beratender Bürgerräte ebenso erreichen wie über Anerkennung auch des politischen Gegners. Wenn dieses Konzept an etwas scheitert, dann am ehesten am Fehlen mündiger Bürger, glaubt der Rezensent.
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