Robert Habeck

Wer wagt, beginnt

Die Politik und ich
Cover: Wer wagt, beginnt
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2016
ISBN 9783462049497
Kartoniert, 288 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Die sogenannte Politik- und Parteienverdrossenheit begleitet uns seit vielen Jahren, das öffentliche Ansehen von Politikern ist erbarmungswürdig. Der Schriftsteller und Familienmensch Robert Habeck erzählt, warum er sich als politischer Quereinsteiger dennoch seit 15 Jahren bei den Grünen engagiert, als stellvertretender Ministerpräsident von Schleswig-Holstein inzwischen mit großer Leidenschaft das Land mitgestaltet - und warum er grüner Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2017 werden will. Persönlich und mit großer Ehrlichkeit schildert Habeck, was ihn politisch antreibt, wie ihn das Leben in öffentlichen Ämtern verändert hat, wie er mit Niederlagen umgeht und warum er darum kämpft, auch in Zeiten schneller politischer Antworten eine Kultur des Zweifels zuzulassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2016

Dirk von Petersdorff würde Robert Habeck wählen. Wenn der Grünen-Politiker von seiner Sozialisation auf dem platten Land erzählt, vom offenen Blick auf den Nordseehorizont, lauscht der Rezensent mit Andacht. Auch weil Habeck, der schon Krimis geschrieben hat, erzählen kann. Mehr als bloße Politikerauskunft ist das Buch laut Petersdorff, weil Habeck seine Lust zur Weltdeutung und seine politischen Überzeugungen autobiografisch fundiert. Dass Habeck ohne Masterplan groß wurde, den für die Grünen typischen zivilisationskritischen Ballast abstreift, für eine Abrüstung der Großbegriffe plädiert und als überzeugter Umweltpolitiker die Natur dennoch auf ihren Platz verweist, scheint dem Rezensenten bemerkenswert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2016

Keine Frage für Frank Pergande: Dieses Buch ist geschwätzig und es kommt in die Grabbelkiste, wenn Robert Habeck erst Spitzenkandidat der Grünen ist. Das ist nämlich sein Ziel, weiß Pergande, den selbstbewussten Mann auf den Weg zu bringen, ihn bekannt zu machen bei seinen Wählern. Süffig und stets vom eigenen Erfahrungsbereich (Reiseabenteuer, Kindheit, Camus-Lektüre etc.) zum allgemein Politischen floatend, nimmt ihn Habeck mit in die Welt der Grünen, für das laut Autor bald schon das dritte Zeitalter beginnen soll. Was genau das ist, erfährt Pergande leider nicht. So geht es ihm oft mit diesem Buch, immer wenn er etwas genauer wissen möchte, treibt ihn der Autor schon weiter zur nächsten Botschaft. Doch die ist eigentlich die nämliche, meint der Rezensent: Hier bin ich, ich kann nicht anders, wählt mich einfach.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.09.2016

Bei dem Philosophen, Schriftsteller und Grünen-Politiker Robert Habeck lernt Rezensentin Elisabeth von Thadden nicht nur, dass man sich auch nach der Wirklichkeit sehnen kann, sondern auch, dass man Politikerbücher durchaus mit Gewinn lesen kann. Warum? Weil der Autor geschickt Politik und Vision verknüpft, die Wirklichkeit des politischen Alltags schrittweise durchquert und dabei ganz ohne "moralischen Hyperfuror" auskommt, lobt die Kritikerin. Nicht zuletzt liest sie hier, wie Politik in einer gelingenden Demokratie aus subjektiven Erfahrungen objektive Tatsachen schaffen kann.

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