Aus dem Englischen von Martin Pfeiffer. Schon in der Bibel finden sich Adam und Eva in einem Garten wieder. Philosophen, Mönchen und Zen-Meistern dient er als Rückzugsort. Im Garten findet der Mensch zu sich selbst. In einer faszinierenden Reise durch die Kulturgeschichte führt uns Robert Harrison durch Gärten aus allen Epochen und Kulturen, um sie als unmittelbaren Ausdruck der menschlichen Natur zu lesen. In seinem Buch untersucht er, wie der Mensch die Natur nach seinen Idealen verändert, und greift damit eine große Frage der Philosophie und der Ideengeschichte auf: die nach dem Wesen des Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2010
Dieses Garten-Buch des amerikanischen Romanisten und Schriftstellers Robert Harrison hat Andrea Köhler inspiriert und beglückt. Für den Autor ist die Gartenpflege im Sinne der sorgenden Hege eine zutiefst menschliche Entfaltungsmöglichkeit und die Wiege aller Kultur, wie die Rezensentin berichtet. Sie würdigt Harrisons gründliche Kenntnisse der romanischen Literatur und der antiken Philosophie, die er in diesem Buch unter Beweis stellt, und sie erkennt in ihm einen "Anhänger der Gartenschule Epikurs". In seinem feinsinnigen Essay fließen Kunst, Naturgeschichte Literatur und Philosophie zusammen und münden in eine Garten-Ethik, die für "Geduld und Dankbarkeit" als Teil der "Selbst-Kultivierung" plädiere, so Köhler eingenommen. Dass der Band dabei nie trocken oder angelesen daherkommt und mit so mancher Erkenntnis belohnt, macht das Glück der Rezensentin perfekt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2010
Robert Harrisons "Versuch", dem Wesen des Menschen anhand seiner Beziehung zu Gärten auf die Spur zu kommen, hat Rezensentin Friederike Reents sehr beeindruckt und angeregt. Der Autor konzentriert sich in seinem Essay aber nicht auf die vielleicht nahe liegende Literatur der deutschsprachigen Klassik und Romantik, sondern bietet vielmehr einen Panoramablick über zeitlich und topografisch weit auseinanderliegende Werke wie die Bibel, Voltaires "Candide" oder Karel Capeks "Das Jahr des Gärtners", erklärt die Rezensentin. Harrisons Ergründung der Beziehung von Mensch und Garten beschränkt sich auch nicht auf literarische Beispiele, er wendet sich auch dem Klostergarten als Rückzugsort oder dem Barockgarten als Repräsentation der Macht zu, so die Rezensentin, die von der "Souveränität", mit der Harrison seine Stofffülle bewältigt, ziemlich beeindruckt ist. Faszinierend auch, wie der Autor in seinem Gartenbuch darlegt, dass der Mensch auch als Gärtner zwischen seinen "schöpferischen und seinen zerstörerischen Anlagen" hin- und hergerissen wird, so Reents, die in diesem Buch viele Denkanstöße gefunden hat.
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