Beatrix Langner

Kröten

Ein Porträt
Cover: Kröten
Matthes und Seitz, Berlin 2018
ISBN 9783957575463
Gebunden, 164 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Judith Schalansk. Mit Illustrationen von Falk Nordmann. Zugegeben, es gibt anziehendere Tiere: Ihre glitschige Haut und ihr von Flecken und Warzen gezeichneter Körper stoßen uns ab, und ihr Leben im Morast mit seiner Aura von Fäulnis und Gestank erinnert uns unfreiwillig daran, wohin wir alle einmal gehen. Dass wir der Kröte weniger mit Abscheu als mit Faszination begegnen sollten, zeigt Beatrix Langner in ihrer Natur- und Kulturgeschichte des behäbigen Hüpfers. Auf ihrer Krötenwanderung führt sie uns durch Kunst und Literatur, vorbei an den Seziertischen der Wissenschaft sowie in den eigenen Garten und beleuchtet diese schillernden Geschöpfe im Zwischenreich von Trockenem und Feuchtem, Wasser und Land, Männchen und Weibchen. Dass sie ihre fröhliche Vermehrungslust gern mit trillernden und quakenden Klangwelten orchestriert, sollte uns ebenso für sie einnehmen wie die Tatsache, dass sie als Amphibie zu den ältesten und unerschütterlichsten Repräsentanten des Lebens auf der Erde gehört. Ob es uns nun gefällt oder nicht, in jedem von uns steckt - nicht nur evolutionsgeschichtlich - eine Kröte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.07.2018

Rezensent Tobias Lehmkuhl gerät ins Schwärmen angesichts des neuen, in Zusammenarbeit des Verlegers Andreas Rötzer und der Autorin Judith Schalansky erschienenen Bandes der Reihe "Naturkunden". Überhaupt ist die Reihe für den Kritiker ein Fest des Nature Writings und auch Beatrix Langners Band "Kröten" steht dem in nichts nach, beteuert Lehmkuhl: Vorzüglich gestaltet mit Abbildungen von Hieronymus Bosch bis Maria Sibylla Merian und Zeichnungen von Falk Nordmann lässt sich der Rezensent hier gern in die Untiefen des Krötendaseins führen, liest, wie sie von Ärzten einst als kühlendes Pflaster oder als lebendes Zellmaterial für Schwangerschaftstests missbraucht wurden, bis ins Mittelalter als Teufelswerk betrachtet wurden und dabei nicht nur in hinsichtlich ihrer Farbvielfalt faszinierende Wesen sind. Nach der Lektüre kann man gar nicht anders als "Sympathie mit dem Underfrog" zu haben, meint Lehmkuhl.
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