Aus dem Englischen von Sabine Hedinger. Mabel Stark ist aus der Schule für Krankenschwestern davongelaufen und danach aus der Nervenheilanstalt ausgebüchst, in die sie ihr erster Ehemann gesteckt hatte. Sie ist dort gelandet, wo die Freaks und die Exzentriker unterkommen, im Wanderzirkus. Hübsch, blond gelockt und nur einen Meter fünfundfünfzig groß, tritt sie als leichtbekleidete Schönheitstänzerin auf. In der Zirkusmenagerie sieht Mabel Stark zum ersten Mal einen Tiger von nahem - und verliebt sich auf den ersten Blick in das majestätische Tier. Jetzt weiß sie, was sie werden will: Tigerdompteuse. Sie entdeckt ihren sechsten Sinn für die Raubkatzen, und ein kometenhafter Aufstieg beginnt. Ihre Tigernummern werden die Hauptattraktion der großen Manegen. Dieser Roman erzählt sprühend vor Energie und mit zärtlichrauem Humor von Mabel Starks Eskapaden und Blessuren, den fünf Ehemännern und ihrem Lieblingstiger Rajah.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2004
Sichtlich erfreut zeigt sich die Rezensentin Susanne Ostwald von Robert Houghs "minutiös recherchierter" Romanbiografie der berühmten Tigerdompteuse Mabel Stark, die in den zwanziger Jahren zum Zirkus-Star avancierte (und mit ihrem Liebling, dem 250 Kilo schweren, grünäugigen Bengalentiger Rajah, in einem Bett schlief). Ihre "schillernde Lebensgeschichte", die sich ebenso gut als "fesselnde Emanzipationsgeschichte" lesen lasse, habe Hough zu einem "prallen und höchst unterhaltsamen Stück Literatur" verarbeitet. "Gut gewählt" findet Ostwald die Erzählposition, in die der Autor das Geschehen gegossen hat, nämlich die Lebensbeichte in der Ich-Form. So profitiert der Autor von seiner "an Herzensbildung reichen Protagonistin, die kein Blatt vor den Mund nimmt", während Stark selbst "klare Konturen" gewinnt und unter Houghs Feder zu einer "überaus lebendigen Figur mit umwerfendem Charme und entwaffnendem Humor" wird, freut sich Ostwald.
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