Eines Nachmittags wird Manfredos Verdacht zur Gewißheit: Jemand trachtet ihm nach dem Leben. Sein Alltag in Buenos Aires wird damit zu einem gefährlichen Unterfangen, und allmählich zeichnet sich ein bedrohliches Mosaik von Interessen und Mächten ab. Der schüchterne Juancho dagegen bekommt eine Stelle als Bahnwärter an einer gottverlassenen Station mitten in den Kordilleren und richtet sich gemeinsam mit seiner Frau dort ein. Die wortkarge Idylle wird jedoch durch die Ankunft eines Inspektors der Eisenbahngesellschaft gestört.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.08.2003
Unterhaltsam kommen die Geschichten des in Lateinamerika lebenden Autoren Robert Schopflocher auf jeden Fall daher, nach Meinung des Rezensenten Leopold Federmair sind sie eine "vergnügliche, auch interessante Lektüre". Richtig glücklich wird er mit den Erzählungen trotzdem nicht, zu präsent sind dafür die großen Vorbilder - ob Kafka oder Borges - deren Motive bei den Erzählungen Pate gestanden haben. Und weil Schopflocher der große erzählerische Mut fehlt, ist bei den Geschichten nichts halbes und nichts ganzes herausgekommen, wie der Rezensent meint: "Kleine Unstimmigkeiten, die man einem Kafka oder Cortazar nachsieht und die vielleicht sogar den Keim ihrer Stärke bilden, mindern im Fall eines einfach nur guten Erzählers das Vergnügen". Von der Titel gebenden Geschichte ist Federmair aber trotzdem uneingeschränkt begeistert. "Fernes Beben" lasse auf wirklich berührende Weise das "Trauma der argentinischen Militärdiktatur" spüren.
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