Aus dem guatemaltekischen Spanisch von Erich Hackl. Zwei befreundete Offiziere der guatemaltekischen Armee beschließen, getrennte Wege zu gehen: Ernesto will über ein Studium ins zivile Leben zurückkehren, während Pedro "der Institution" treu bleibt. Ernesto, der brisante Geheimnisse aus den Zeiten des Bürgerkrieges kennt, verliebt sich in Emilia, die mit einem Ex-Guerillero liiert ist. Beide treffen sich mit Lucien Leigh, einem englischen Reiseschriftsteller, der ein Verbrechen aufklären will. Das Verbrechen wird aufgedeckt, doch bleibt die Klärung nutzlos. Ernesto wird erschossen, der Mord aber ist ein Unfall und der Täter ein Gejagter. Andere Spuren führen zu weiteren Verbrechen - oder sind sie nur eingebildet? Dieser Kriminalroman handelt von Verbrechen und Gewalt in einem Land ohne Gesetz und in einer Gesellschaft ohne Unrechtsbewusstsein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2002
Einen gnadenlosen Verriss hat Uwe Stolzmann hier über das Buch von Rodrigo Rey Rosa geschrieben, der sich mit dem Erbe des guatemaltekischen Bürgerkriegs befasst. Zwar erkennt er die Absicht des Autors, sich von dem in der lateinamerikanischen Literatur weitverbreiteten magischen Realismus zu distanzieren und dagegen einen krassen, nichts beschönigenden, lediglich beschreibenden Realismus zu setzen. Doch damit ist der Autor seiner Meinung nach total gescheitert: "Nicht knapp und dicht - als kunstlos schlicht entlarvt sich hier die Sprache". Der Roman liest sich seiner Meinung nach wie seine eigene Skizze: "Wie ein Rohentwurf wirkt der Text, ein Skelett, noch ohne Fleisch, Nerven und Gefühl." Dazu beklagt er noch, dass der Autor nur scheinbar eine zurückgenommene Beobachterposition einnehme: in Wirklichkeit sei "jede Figur beladen mit den Ressentiments des Autors". Deshalb lautet Stolzmanns Fazit: "Die gute Absicht macht kein gutes Buch".
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