Roland van der Vorst

Die Zukunft ist endlos. Denken in der digitalen Welt

Denken in der digitalen Welt
Cover: Die Zukunft ist endlos. Denken in der digitalen Welt
Harper Collins, Hamburg 2025
ISBN 9783365009277
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Bärbel Jänicke. Seit Jahrhunderten beschäftigt sich der Mensch mit der Endlichkeit seiner Existenz, doch wie gehen wir eigentlich mit der Idee der Endlosigkeit um, die sich in unseren Alltag schleicht? Die Digitalisierung verändert nicht nur, wie wir arbeiten, kommunizieren oder konsumieren - sie verändert auch, wie wir denken: Sie entfernt das Konzept eines Endes. Früher gingen wir ins Kino, heute streamen wir endlose Serien. Früher maß die Uhr die Zeit, heute trackt die Smartwatch unser Leben. Früher klingelte das Festnetz, heute die Handys in der U-Bahn. Statt klarer Grenzen erleben wir eine fragmentierte Gegenwart, in der jedes Stück Zeit sofort von Neuem überlagert wird. Alles ist verfügbar, jederzeit, überall. Roland van der Vorst zeigt, wie sich unsere Wahrnehmung von Zeit und Raum in den letzten zwanzig Jahren verschoben hat - und wie wir lernen, den digitalen Bann zu durchbrechen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.02.2026

Wichtige, aber in mancher Hinsicht oberflächliche Gedanken enthält dieses Buch, findet Rezensentin Vera Linß. Der Designexperte Roland van der Vorst rechnet darin mit den sozialen Medien und anderen Digitalisierungsphänomenen ab. Er zeigt auf, dass sie den Menschen nicht etwa neue Perspektiven eröffnen, sondern im Gegenteil nur Ablenkung und arg simple Stimuli zur Verfügung stellen. Ein Problem der neuen Medien ist für van der Horst, dass sie kein Anfang und Ende mehr definieren, sondern nur noch einen Fluss von Stimuli, was letztlich auch die Fantasie abtötet. Abhilfe versprechen laut Autor die Meditationspraktiken des ZEN-Buddhismus. Gegen die hat Linß nichts einzuwenden, sie ärgert sich jedoch darüber, dass der Autor die gesellschaftlichen Folgen und Ursachen der Digitalisierung komplett ausblendet. Allzu weit kommt man mit der hier vorgeschlagenen rein individualistischen Perspektive nicht, glaubt sie.

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