Die Wissenschaft scheint sich im Moment in einer Krise in der öffentlichen Wahrnehmung zu befinden. Verschiedene Meinungsumfragen stellen einen Verlust ihrer Glaub- und Vertrauenswürdigkeit fest. Dies ist insbesondere bei Fragen der Fall, die aktuelle Technikentwicklungen wie Atomtechnik, Mobilfunk oder Gentechnik betreffen. Hier steht gesellschaftlicher Widerstand oftmals in auffälligem Gegensatz zu der wissenschaftlichen Hochstimmung. Die Autorin analysiert gesellschaftliche Diskurse über Gentechnik in der Schweiz und in den USA. Dabei wird der Fokus auf drei Aspekte gerichtet: Ereignisse, die Risikodiskurse auslösen, Zusammenarbeit zwischen involvierten Akteuren und Prognosen zur Technikentwicklung, die von der Wissenschaft geäussert werden. Auslöseereignisse wie die Konferenz von Asilomar in den USA und die Lancierung der Gen-Schutz-Initiative in der Schweiz hatten dabei einen bedeutsamen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Risikodiskurse.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2006
Aufschlussreich findet der mit dem Kürzel "hof." zeichnende Rezensent diese Dissertation über die Autoritätskrise der Wissenschaft im Bereich risikoreicher Technologien wie der Gentechnik. Wie er berichtet, vergleicht die Autorin die Wissenschaftsdiskurse der USA und der Schweiz, wobei sie einen gravierenden Unterschied feststellt: Während in den USA die kritischen Stimmen zuerst in der Wissenschaftsgemeinde selbst laut wurden, wurde in der Schweiz die Debatte von außen an die Wissenschafter herangetragen. Dies habe zum Verlust des Vertrauens in die Wissenschaft beigetragen. Der Rezensent stellt einige der reformatorischen Ansätze vor, die Kurath entwickelt, um das Vertrauen in die Wissenschaft zurückzugewinnen. Neben der Teilnahme der Wissenschaft an Dialogprojekten empfehle sie eine sozial- und geisteswissenschaftliche Begleitforschung und "unabhängige wissensproduzierende und -vermittelnde Zentren", in denen Wissenschaft transparent gemacht werden solle.
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