Ausgehend von elementaren Fragen, was überhaupt eine Sprache ist, welche Sprachtypen und Sprachfamilien es gibt und welche Rolle dabei Lautsysteme und Schriftarten spielen, werden grammatikalische und strukturelle Analysen verschiedener Sprachen - vor allem Sanskrit, Altgriechisch, Latein, Deutsch, Chinesisch und Japanisch - in philosophischer Perspektive vorgestellt. Daran anschließend werden die Thesen einiger der wirkmächtigsten europäischen Sprachphilosophen in ihren Grundzügen interpretiert: Francis Bacon, Leibniz, Herder, Wilhelm von Humboldt, Nietzsche, Cassirer und Heidegger.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2013
Dass es sich lohnt, Sprachen zu lernen, ist klar. Wie sehr sprachliche Übertragungsprozesse im philosophischen Denken eine Rolle spielen, erfährt Henrik Jäger aus Rolf Elberfelds Studie. Das Buch ist insofern für Jäger ein Grundlagenwerk, als dass es erstmals einen Überblick über die Geschichte und die Bedeutung der Sprachen in der Philosophie gibt. Eingeführt in die Thematik durch einen historischen Abriss zur Reflexion über die Sprachvielfalt in Europa, führt der Autor den Rezensenten an Humboldts sprachphilosophischen Gedanken entlang zu den klassischen Sprachen, dann zum Chinesischen und Japanischen, wo Elberfeld nachweist, wie das Altchinesische Heidegger zu neuen sprachlichen Wegen angeleitet hat. Am Ende besteht für den Rezensenten kein Zweifel mehr an der Bedeutung der Sprachen für die Entwicklung philosophischer Einsichten. Die Forderung des Autors nach mehr Sensibilität für diesen Umstand in Studium und Lehre kann er nur unterschreiben.
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