Zuletzt wusste keiner mehr, wer in der NPD das Sagen hatte, nicht einmal der Verfassungsschutz. Die rechtsextreme Partei war auf der Führungsebene von zahlreichen V-Männern unterwandert - und keiner wusste vom anderen. Im März 2003 hat das Bundesverfassungsgericht das Verbotsverfahren gegen die NPD wegen dieser bislang größten V-Mann-Affäre in der bundesdeutschen Geschichte eingestellt. Rolf Gössner schildert anhand einer Vielzahl von Fällen und Fakten die unheimliche Symbiose von Verfassungsfeinden und Verfassungsschützern. Sein Fazit: Über seine bezahlten Agenten ist der Verfassungsschutz Teil des Neonazi-Problems geworden, nicht ansatzweise dessen Lösung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2004
Rezensent Manfred Funke gibt in seiner Kurzbesprechung einiges aus diesem Buch von Rolf Gössner wieder, und scheint die Kritik des Autors an der Arbeit des Verfassungsschutzes im rechten Spektrum zunächst zu teilen. So schreibt Gössner etwa: "Wie die Innenminister und VS-Behörden inzwischen offiziell zugeben mussten, standen etwa 30 der 200 NPD-Vorstandsmitglieder seit Jahren als V-Leute im Sold des Staates - also fast jeder siebte (15 Prozent)." Doch der Rezensent sieht die Ursachen offenbar an anderer Stelle als Gössner, nämlich nicht beim Verfassungsschutz selbst: "Wenn es gegen rechts geht, fordert die Linke den starken Staat" schreibt er. Und "wo die Rechte nicht hinreichend als extremistisch identifizierbar ist, steigert man verbotszureichende Eindeutigkeit durch verkappte Provokateure." Seiner Ansicht nach handelt es sich dabei außerdem um einen "Extremismus der Mitte", und deren "aktuelles Profil" erzwinge, so Funke etwas kryptisch, die Mahnung Ernst-Wolfgang Bockenfördes, "dass unsere freiheitliche Demokratie von Voraussetzungen lebt, die sie selbst nicht garantieren kann."
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…