Der Begriff Hanse bezeichnete seit der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert eine Organisation niederdeutscher Kaufleute und der von ihnen dominierten Städte von der Zuijdersee im Westen bis zum Baltikum im Osten und von Visby bis zu der Linie Köln - Erfurt - Krakau. Dieses Buch bietet einen prägnanten Überblick über die Geschichte der Hanse von ihrer Frühphase seit Mitte des 12. Jahrhunderts bis zu ihrem Ende im Jahre 1669. Es zeigt, dass die Hanse kein hierarchisch gegliederter Städtebund war, sondern ein Verbund von Egoisten, die sich zur Durchsetzung ihrer Außenhandelsinteressen zusammenschlossen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2000
Dirk Schümer begrüßt dieses Buch nicht zuletzt deswegen, weil es zur Thematik "auf neuestem Stand" ansonsten kaum etwas Bedeutendes gibt. Lange Jahre waren die Abhandlungen zur Hanse noch von "imperialistischer, später faschistischer Fehldeutung" und ihren Folgen geprägt, wie Schümer anmerkt. Das Verdienst des Autors liegt daher, wie der Rezensent betont, auch darin, diesen Interpretationen eine neue Deutung entgegenzustellen. Besonders gefällt Schümer die Aufarbeitung der "politischen und ökonomischen Konjunkturverläufe zwischen 1100 und 1600", bei der der Autor offenbar sehr zahlreiche Aspekte berücksichtigt hat. Allerdings bleiben - trotz vieler Details - seiner Ansicht nach auch Fragen offen. So vermisst Schümer Überlegungen dazu, inwiefern die Hanse "in der Kultur und der Mentalität des heutigen Deutschland niedergeschlagen hat". Darüber hinaus beschäftigt sich der Autor seiner Ansicht nach zu sehr damit, wie die Hanse hätte sein sollen oder können, anstatt das tatsächliche Funktionieren zu beschreiben. Auch der Stil des Autors ist ihm zu trocken und könnte für Schümers Geschmack mehr erzählenden Charakter haben. Wirklich störend findet der Rezensent, dass Hammel-Kiesow sich zu sehr auf den "wissenschaftlichen Gewährsmann" Ernst Pitz bezieht, auch dort, wo es nicht immer gewinnbringend sei. Schümer vermutet hier eines der "peinlichen Feudalverhältnisse zwischen Schüler und Lehrer", wie es im deutschen Wissenschaftsbetrieb nicht unüblich ist.
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