Der 85-jährige Dramatiker und Autor setzt sich in seinen Aufzeichnungen mit den vielen Zumutungen auseinander, die die moderne Welt für den kritischen Beobachter bereithält.
Kantig und streitbar beharrt er auf den Werten einer aufgeklärten Gesellschaft und den Errungenschaften der Kultur, die heute oft gefährdet erscheinen.
Aber auch die gnadenlose Selbstbeobachtung des alternden Intellektuellen verweist auf einen kritischen Kopf von ungebrochener Sensibilität.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.07.2017
Rezensentin Judith von Sternburg nimmt das "kleine Geschenk" Rolf Hochhuths, ein Buch mit Aphorismen und Notizen, gerne an. Am besten von vorn bis hinten durchgelesen, wie die Rezensentin rät, damit dem Leser Variationen und Rhythmus nicht entgehen, entfaltet der Band laut Sternburg Charme. Stolz, Überraschendes, ein bisschen Verbitterung auch, doch nicht zu viel, Amüsantes, Kluges, Deutliches liest sie übers Alter, Theaterbonzen, Klofrauen, Demokraten und Städtebau und erkennt im Autor den immer noch kantigen Beobachter seiner Zeit.
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