Rolf Hosfeld

Tucholsky

Ein deutsches Leben
Cover: Tucholsky
Siedler Verlag, München 2012
ISBN 9783886809745
Gebunden, 220 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Journalisten wie er hätten Erfolg, aber keine Wirkung, schon gar nicht über den Tag hinaus, meinte Tucholsky widerlegte diese These jedoch aufs Glänzendste durch sein Werk, das bis heute geliebt und gelesen wird. Mit scharfer Feder schrieb und dichtete er über das, was er mit stets wachem Auge beobachtete, erfuhr und erlebte, und erwies sich als hellsichtiger Gesellschaftskritiker im Geist Heinrich Heines. Innerlich zerrissen, rast- und heimatlos führte er ein Leben zwischen Berlin, Paris und Schweden. Als Prototyp des modernen Intellektuellen stand er der Linken nahe, beklagte aber gleichzeitig die Erosion bürgerlicher Werte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2012

Tucholsky als Zeitzeuge vor allem der Weimarer Zeit, als scharfer Einzelkämpfer gegen Militarismus und Nationalismus - so lernt ihn Manfred Koch in Rolf Hosfelds Biografie kennen. So weit, so bekannt. Auch die Parallelen zwischen Tucholsky und Heine kennt Hosfeld schon. Allerdings kann ihm der Autor durchaus einen neuen, wichtigen Aspekt dieser Verwandtschaft vermitteln. Darüber hinaus gelingt es Hosfeld, Benjamins Verdikt über Tucholsky als einen linken Melancholiker zu relativieren, indem er auf dessen Zweifel an der Macht der Worte verweist. Die "behutsame" Schilderung persönlicher Widersprüche macht diese Biografie für Koch rund und gut.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.07.2012

Thomas Medicus kann viel Lobendes über diese Biografie Kurt Tucholskys sagen, ihrem Autor Rolf Hosfeld bescheinigt er, ein "exzellenter Kenner" von Tucholskys Werk zu sein und mit flotter Feder die einschlägigen Passagen und Zitate der zahlreichen Schriften zusammenzufassen. Als "gut lesbares Lebenspanorama" bewertet Medicus das Buch, ist aber dennoch nicht ganz glücklich damit geworden. Ihm fehlt die Tiefenschärfe, die Entwicklung in Tucholskys Leben, schließlich war der Mann nicht immer schon ein gefeierter Autor. Gern hätte Medicus mehr darüber erfahren, warum Tucholsky Knut Hamsun so verehrte oder wie er seine scharfen politischen Artikel mit den heiteren Liebesromanzen unter einen Hut bringen konnte. Und ein paar Thesen, meint der Rezensent, hätten dieser Biografie ebenfalls gut getan.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.04.2012

Rezensent Robert Misik begrüßt diese Biografie über Kurt Tucholsky, die Rolf Hosfeld vorgelegt hat. Eingehend erzählt er das Leben des Autors, Feuilletonisten, Polemikers und Kommentators der Tagespolitik nach. Er würdigt seine geistige und politische Unabhängigkeit, seinen Eigensinn, seine genauen Beobachtungen und treffenden Pointen. Und er unterstreicht, dass Tucholsky als demokratischer Sozialist - kritisch gegenüber den Kommunisten und gegenüber den Rechten sowieso - immer wieder zwischen allen Stühlen saß. Der Leser erfährt von Misik zwar einiges über Tucholskys Leben, über Hosfelds Buch aber leider sehr wenig. Im Grunde nur, dass er diese Biografie "wunderschön" findet.

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