Romesh Gunesekera

Am Rand des Himmels

Roman
Cover: Am Rand des Himmels
Berlin Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783827005236
Gebunden, 270 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Kleinschmidt. Auf der Suche nach sich selbst verlässt Marc seine Heimatstadt London und fliegt auf die kleine Insel im Indischen Ozean, wo sein Großvater geboren wurde und sein Vater ums Leben kam, als Marc noch ein Kind war. Von der Insel hieß es früher, dass sie am Rand des Himmels liege. Doch inzwischen haben Bürgerkriege sie verwüstet; das Paradies scheint verloren. An einem kleinen, einsam gelegenen See begegnet Marc der änigmatischen Uva, einer Öko-Aktivistin. Doch ihre leidenschaftliche Romanze findet schon bald ein brutales Ende, als sie durch eine militärische Offensive voneinander getrennt werden. Marc kann der Militärgewalt schließlich entkommen und macht sich auf die Suche nach seiner Geliebten, über deren Schicksal er nichts weiß. Es beginnt eine Reise quer über die Insel ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2006

Nicht wirklich überzeugt ist Rezensent Alexander Kosenina von Romesh Gunesekeras drittem Roman. Darin erzähle der Held Marc rückblickend von einer Reise, die er 2015 in seine Heimat Sri Lanka unternommen habe, auf der Suche nach seiner Herkunft und Identität. Der Rezensent nennt Gunesekeras in der Zukunft angesiedelte Heimat eine "imaginäre", die gebildete sei aus Fantasien, erzählten Erinnerungen und einem für Gunesekera üblichen historischen Hintergrund aus Postkolonialismus und Bürgerkriegen. Für den Rezensenten besteht eine gewisse Disproportion zwischen teilweise "naiven Abenteuergeschichten" und ins phantastische gleitenden Szenen einerseits und dann wieder sehr ernsthaften Fragen andererseits. Wie etwa die nach der moralischen Legitimierung von Gewalt als Notwehr. Marc wurde schließlich pazifistisch erzogen. "Zu unentschieden" ist aus Sicht des Rezensenten die Mischung von "transkultureller Identitätssuche" und fantastischem Reisebericht voller Liebes- und Actionszenen mit "durch die Luft schwirrenden Superhelden".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2006

Hin und her gerissen ist Rezensentin Claudia Kramatschek von diesem Roman, in dem der in London lebende Romesh Gunesekera von seiner Heimat Sri Lanka erzählt, jener Insel, deren Schönheit alle Sinne betört und die doch ein von Krieg und Gewalt heimgesuchter Ort ist. Diese Ambivalenz schildere Gunesekera zwar sehr eindrücklich, räumt Kramatschek ein, doch hat sie auch den Eindruck, als diene sie nur als "schrecklich-schöne Kulisse" für die Liebesgeschichte zwischen dem aus London heimkehrenden Marc und der ökologisch engagierten Uva. Etwas unglaubwürdig erscheint ihr auch Marcs schnelle Wandlung vom "städtischen Greenhorn zum kampferbrobten Dschungel-Romeo". Manchmal nimmt für die Rezensentin der Kitsch in dieser Erzählung überhand, dann wieder die Poesie und schließlich eine verstörende Unversöhnlichkeit. Denn Hoffnung, so die Rezensentin, "gibt es aus der Feder von Gunesekera stets nur wenig bis keine".
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