Aus dem Arabischen von Stephan Milich und Christine Battermann. Im Mittelpunkt des Romans steht Anat Ismail, eine junge Syrerin, die für die kanadische Botschaft in Interviews mit Flüchtlingen aus unterschiedlichsten Teilen des Nahen Ostens und Nordafrikas dolmetscht. Sie lernt Dschawad kennen, der, kaum dass die beiden ein Paar geworden sind, verhaftet wird und als politischer Gefangener mehr als fünfzehn Jahre im Gefängnis verbringt. Doch nach seiner Entlassung wird beiden bald klar, dass die Zeit der Trennung tief greifende Spuren und seelische Wunden hinterlassen hat. Fatalerweise gelingt es ihnen nicht, diese Veränderungen und die neu entstandenen Bedürfnisse zur Sprache zu bringen, um sie zu überwinden. Nachdem jeder neue Tag die Kluft zwischen dem Paar größer werden ließ, stellt Dschawad seine schwangere Frau eines Tages vor die Wahl: Entweder kommt sie mit ihm nach Europa und wird selbst zur Asylbewerberin - oder sie bleibt alleine zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2013
Das Ende ist nicht glücklich, warnt Wolfgang Günter Lerch. Und dennoch findet er Gefallen an Rosa Yassin Hassans den Rezensenten an "Romeo und Julia" erinnernde Liebesgeschichte, die die Autorin, wie wir erfahren, in das Schicksal ihrer Heimat Syrien einbettet. Nicht nur emanzipiert vorgetragene erotische Szenen also erwarten Lerch in diesem bereits 2009 in Beirut erschienenen Roman, auch der Staatsterror Assads. Beklemmend findet er die Lektüre, aber auch erhellend, da sie ihm die Hintergründe der Ereignisse in Syrien erschließt. Ein Buch mit Sprengkraft, meint der Rezensent.
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