Roy Jacobsen

Die Unsichtbaren

Roman
Cover: Die Unsichtbaren
Osburg Verlag, Hamburg 2014
ISBN 9783955100353
Gebunden, 270 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann. Norwegen, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: eine abgelegene Insel hoch oben im Norden an der zerklüfteten Küste. Für Hans und Maria Barroy ist sie das Paradies auf Erden. Sie leben mit ihrer kleinen Familie von dem, was der karge Boden und das wilde Meer ihnen bescheren. Ihre Tochter Ingrid hingegen will mehr. Sie geht aufs Festland. Als Hausmädchen findet sie eine Anstellung bei einer wohlhabenden Familie. Rührend kümmert sie sich um deren Kinder Felix und Suzanne. Doch eines Tages sind deren Eltern verschwunden. Ingrid entschließt sich, die beiden Waisen mit auf ihre Insel zu nehmen. Es ist der Beginn einer dramatischen Entwicklung!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.09.2019

Aldo Keel erkennt mit Roy Jacobsons Trilogie, dass Norwegen einmal ein Land war, in dem Armut und härteste Lebensbedingungen herrschten. Die Geschichte der auf einer Insel lebenden Fischerfamilie Barroy erzählt ihm der Autor detailgenau, beginnend im Jahr 1913 und endend im ersten Friedenssommer. Mit den genauen Beschreibungen des schweren Alltags während der Kriegsjahre setzt er einer vergessenen Generation ein Denkmal, meint Keel. Im zweiten Band, der während des Zweiten Weltkriegs spielt, sind Vergessen und Erinnern laut Rezensent die beherrschenden Themen, im dritten Band geht es um Misstrauen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.05.2014

Von Roy Jacobson, einem der aktuell besten Autoren Norwegens, hat sich Rezensent Aldo Keel gern auf die Insel Barroy vor Nordnorwegens Küste entführen lassen. In "Die Unsichtbaren" kehrt er zurück in die Zeit zwischen 1913 und 1930 und erlebt, wie eine Fischerfamilie gegen Naturgewalten, Armut und Tod kämpft. Zugleich verfolgt Keel, wie sich die einzelnen Familienmitglieder allen Widrigkeiten zum Trotz weiterentwickeln: Etwa die kleine Ingrid, die trotz Schulausbildung der Hölle des Daseins nicht entfliehen kann. "Kein Satz zu viel, kein Satz zu wenig", lobt der Rezensent die Lakonie des ganz ohne Eitelkeiten und Kitsch auskommenden Romans, der für ihn auch als "literarisches Denkmal" für die vergessene Generation der Barroys gelesen werden kann.