Die geheime Aufrüstung der Weimarer Republik basierte auf einem lagerübergreifenden Wehrkonsens. Von den Republikanern in den Krisen der ersten Jahre zunächst als Form des Republikschutzes mitgetragen, wurde die Unterstützung der "schwarzen Rüstungen" zu einem Element der Weimarer Staatsraison, die auch für die Republikaner verbindlich blieb selbst dann, als die geheime personelle Rüstung, etwa in Gestalt der Grenzschutzmilizen im preußischen Osten, zur Hochburg eines rechtsradikalen und staatsfeindlichen Paramilitarismus wurde. Der Autor rekonstruiert erstmals die umfassende Unterstützung der Geheimrüstung durch Politik und Verwaltung und belegt die Existenz eines "deep state", eines durch die zivil-militärische Rüstungskooperation konstituierten "Tiefenstaats", der zwar in der republikanischen Ordnung verankert war, aber außerhalb ihrer Normen und Gesetze agierte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2012
Ganz so bellizistisch, wie der Autor weismachen will, war die Weimarer Republik Mitte der 1920er Jahre dann doch nicht, findet Rezensent Gottfried Niedhart. Ein Indiz ist für ihn die Tatsache, dass bei Rüdiger Bergien Gustav Stresemann nur am Rande vorkommt. Stresemanns Politik attestiert Niedhart jedoch gerade die Chance auf eine Vereinbarkeit von Rüstung und Entspannungspolitik. Eindrucksvolle Befunde möchte er dem Autor gar nicht absprechen, nur dessen Determinismus der Deutung ein wenig abfedern und zwischen gesellschaftlichen, zivilen und militärischen Kräften differenzieren, die Bergien zum Beispiel mit regionalen und lokalen Verwaltungen in den Blick nimmt.
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