Mit einem Vorwort von Thomas Kielinger. Mit dieser Studie über den Vorlauf und die Anfänge des Zweiten Weltkriegs betritt Herbert Kremp Neuland: Sein Werk basiert, anders als bisherige Publikationen zu diesem Thema, auf einer umfassenden strategischen Analyse. Kremp provoziert damit die Korrektur verbreiteter Irrtümer über Ziele und Motive der aufeinander und gegeneinander wirkenden Mächte. Auch deshalb, weil er eine neue, bestechende Perspektive wählt: Er sieht das Handeln der Akteure bestimmt vom "konsekutiven Zwang des Kriegs", dem Stalin, Churchill, Mussolini, Roosevelt, vor allem aber Adolf Hitler unterworfen waren. Dabei werden Vorgeschichte und Verlauf der ersten Kriegsjahre nicht wie üblich aus dem Blickwinkel des Endes geschildert. Kremp sucht vielmehr die Beteiligten und ihre Entscheidungen in der originären Situation zu erfassen.
Rezensent Ulrich Schlie liest Herbert Kremps postum erschienene "schnörkellose" Analyse des Auftakts des Zweiten Weltkriegs mit Gewinn. Der Autor entfaltet laut Schlie kühl Hitlers Kriegsstrategie und ordnet sie in den globalen Kontext, ohne dem eigenen Erleben als Zeitgenosse großen Raum zu geben. Die Verdichtungsleistung und die laut Schlie an Clausewitz angelehnte Analyse von Diplomatie und Militärstrategie scheinen dem Rezensenten bemerkenswert, ebenso, wie die Verbindung von Kriegsstrategie mit den Psychogrammen der Protagonisten im Text. Zu den stärksten Passagen im Buch zählt Schlie Momentaufnahmen der stalinistischen Sowjetunion und die Herausarbeitung der Konzepte von Stalin, Hitler und Roosevelt.
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