Der Autor beleuchtet aus der Sicht des Staatsrechtslehrers die deutsche Demokratie: Verfassung, Verfassungsrecht und auf der anderen Seite die Verfassungswirklichkeit, d.h. die Realität der politischen und gesellschaftlichen Ordnung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2005
Rupert Scholz, Ex-Verteidigungsminister und Staatsrechtler, lässt diskutiert in seinem Buch die aktuellen Sollbruchstellen zwischen politischem Verfassungskonzept und gesellschaftlicher Wirklichkeit. Warum beispielsweise zweifeln die Deutschen an ihrer nationalen Identität, wenn doch gerade diese laut europäischer Verfassung die Bedingung für eine multikulturelle Gesellschaft ist? Warum tun sich deutsche Bürger mit Eigenverantwortung so schwer, wenn doch klar ist, dass der Sozialstaat zwar jedem Menschen ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen kann, aber nicht erreichten Wohlfahrtsstandard sichern. Scholz argumentiert "wohltuend abgewogen" und hat am Ende eine klare wohltuende Botschaft, lobt Christian Hillgruber: Deutschland ist stark genug, um die politische und wirtschaftliche Krise zu überwinden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.12.2004
Rupert Scholz bleibt mit seinem Buch über die deutschen Verfassung bei "grundsolider Hausmannskost" und verdient damit höchstens "drei Sterne", meint Rolf Lamprecht, der dem Staatsrechtler und CDU-Funktionär eigentlich mehr zugetraut hätte. Dass Scholz in dieser Abhandlung dem "CDU-Denken" treu bleibt, will er dem ehemaligen Minister zwar nicht vorwerfen, aber er glaubt, dass dies den "großen Wurf" verhindert, den er als "Intellektueller seines Zuschnitts" eigentlich hätte vorlegen können. Allerdings hat der Rezensent durchaus Passagen gefunden, denen er dann doch "vier Sterne" zuerkennen will, beispielsweise, wenn es um die Rolle und die Einflussmöglichkeiten des Parlaments geht. Hier "profitiert" der Autor von seinen Erfahrungen als Abgeordneter und Ausschussvorsitzender, lobt Lamprecht, der Scholz auch in seiner Kritik der "Verfilzung aller Gewalten" zuzustimmen scheint. Wenn er allerdings auf die PDS zu sprechen kommt, scheint den Autor "jede Objektivität" zu verlieren und beim Thema "Politikverdrossenheit" vergisst Scholz nach Ansicht des Rezensenten, dass die Parteispendenaffäre der CDU selbst nicht unerheblich zu diesem Umstand beigetragen hat.
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