Zwei Künstlerinnen in der urtümlichen Landschaft Portugals: Marie kommt aus Hamburg geflogen und besucht Lino, die vor Jahren von dort zurückgegangen war in das kleine Bergdorf Feital, aus dem sie stammt. So lange sind die beiden schon befreundet, nur ihre Ehemänner fehlen, sie gibt es nicht mehr.
Die Freundinnen schlendern durch Olivenhaine und steigen in verfallenen Bauernhöfen herum, beobachten Hund, Katze, Ziegen und Eidechsen, sprechen über Erinnerungen, über Kunst und Natur, über die Suche nach dem passenden Wort. Steine fallen vom Himmel oder werden in Vögel verwandelt. Die Felsen werfen Wellen und die Spinnen ihre Netze aus.
Künstler, Klempner und ein Augenarzt treten auf, der Esel des Nachbarn lässt rostige Schreie ertönen, und Linos Atelier ist ein Erinnerungsraum für sie und ihre Gäste. Bei Wildschweinbraten, Esskastanien- und Pilzernte geht es um die Eltern, Ehemänner, um die Großfamilie auf dem Lande und den Lauf des Lebens im Großen und Kleinen. Die hundertjährige Tante Celina gibt Anlass zur Sorge, ein Nashornkäfer gibt zu denken.
Sabine Peters hat einen Roman über eine Frauenfreundschaft geschrieben, über eine Nähe, die Jahrzehnte überdauert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2017
Rezensent Jochen Schimmang findet in Sabine Peters' Roman neben sprachlicher Präzision eine Liebe zur Welt, die ihn berührt. Die liegt laut Schimmang vor allem im Detail, das der Leser nicht übersehen sollte, wie er rät. Dass die Geschichte zweier Künstlerinnen unterwegs in Portugal kein Urlaubsbuch ist, versichert der Rezensent uns vorsichtshalber auch. Das Landleben ist hier wenig idyllisch, und die Vergangenheit der Figuren spielt immer mit, meint Schimmang.
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