Reinhold Schneider

Der Wahrheit Stimme will ich sein

Essays, Erzählungen, Gedichte
Cover: Der Wahrheit Stimme will ich sein
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783458171638
Gebunden, 332 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Carsten Peter Thiede und Karl Josef Kuschel. Reinhold Schneiders (1903 -1958) Romane, Erzählungen, Essays, Gedichte und Theaterstücke erscheinen seit Anfang der dreißiger Jahre im Insel Verlag. Reinhold Schneider, politisch-moralisch engagierter Autor gerade in der Zeit des Nationalsozialismus und schrieb gegen die Judenverfolgung. 1938 erschien sein berühmter Widerstandsroman "Las Casas vor Karl V.". In den Jahren der jungen Bundesrepublik galt Schneider als moralische Instanz, er wandte sich entschieden gegen die Wiederaufrüstung. Ein Jahr nach Hermann Hesse erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ein Leben lang hat sich Schneider mit Europa, seiner Geschichte, Philosophie und Literatur auseinandergesetzt, er hat den Spanier Unamuno und die Französin Simone Weill entdeckt und bis heute Gültiges über Portugal und seine Kultur geschrieben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.05.2003

Einen "großen Verzweifelten" der Literatur nennt Rezensent Alexander Kissler den "reisenden Schriftsteller" und "einsamen Katholiken" Reinhold Schneider, der heute vor hundert Jahren geboren wurde. Ausführlich berichtet Kissler aus dem beschwerlichen, von Krankheit gezeichneten Leben Schneiders, der mit seiner Erzählung "Las Casas vor Karl V." den Nazis und ihrem Ausrottungsprogramm eine "klare Kampfansage" erteilte. Kissler widmet sich insbesondere den weiten Reisen des überzeugten Europäers Schneider. Die Tagebücher, Reisebilder und historischen Darstellungen, die Schneider aus Italien, Portugal, Frankreich und Skandinavien mitbrachte, würdigt Kissler als "Meisterstücke ihrer Gattung"; sie finden sich auszugsweise in dem nun vorliegenden Schneider-Lesebuch "Der Wahrheit Stimme will ich sein". Kissler erblickt in Schneiders Reiseliteratur nicht nur das romantische Konzept von der menschlichen Pilgerfahrt, sondern auch eine "subtile Lesart der Moderne": der moderne Mensch betäubt seine Schwermut, indem er es sich im großen Unterwegs angenehm einrichtet, interpretiert Kissler. "Notgedrungen eilt er durch die Jahre", so der Rezensent abschließend, "bis ihn plötzlich, auf Schiffen, im Flugzeug, im Gebet, der Schock der Realität überfällt wie ein Dieb in der Nacht."

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