Mit Illustrationen von Dorota Wünsch. "An dem Tag, an dem ich beim Freundschaftsspiel der E-Jugend zweimal das falsche Tor traf, beschlossen meine Eltern, dass sie ein zweites Kind wollten. Am besten einen zweiten Sohn, sagte Papa." Anton, 9 Jahre, Märchenberichtiger und Erzähler dieser witzigen Familiengeschichte, hat es nicht leicht. Zum Glück kommt Adoptivbruder Dilip in die Familie: gebürtiger Inder und schon jetzt ein Physikgenie, also fast. Wenigstens taugt er auch nicht für eine Fußballerkarriere. Dafür gibt es erstmal einen richtigen Urknall in Antons Familie, bevor schließlich jeder seinen Platz findet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2013
Besonders viel kann Rezensent Fridtjof Küchemann Salah Naouras neuem Kinderbuch "Dilip und der Urknall" leider nicht abgewinnen. Die Geschichte erscheint ihm doch allzu sehr dem "Skizzenbuch der wahren Werte" entnommen: Der Vater, Leopold Graf, durch einen neuen Job bei einer Bank unerwartet zu viel Geld gekommen, erwartet sowohl von seinem leiblichen Sohn Anton, als auch von seinem Adoptivsohn Disziplin, Erfolg und sportlichen Ehrgeiz. Während der eine sich aber lieber mit der Neufassung klassischer Märchen und dem Singen von Protestsongs beschäftigt und der andere, so der Kritiker, lieber über die Formel, nach der Protonen und Elektronen als Teilchen beschrieben werden können, sinniert, steht der ambitionierte Vater nach dem Verlust seines Jobs bald vor dem Ruin. Wenn die Familie dadurch schließlich wieder näher zusammenrückt und zu allem Überfluss nach dem Verkauf des Hauses auch noch vom Müllmann aufgenommen wird, hat der Rezensent ein wenig das Gefühl, dass man ihm diese Geschichte auch am Lagerfeuer zur Gitarre hätte vorsingen können.
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