Samantha Harvey

Westwind

Roman
Cover: Westwind
Atrium Verlag, Zürich 2020
ISBN 9783855350773
Gebunden, 350 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Steffen Jacobs. 1491. In dem kleinen Dorf Oakham, ein Ort in dem es Ziegen gibt, die reicher sind als die Bewohner, bereitet man sich gerade auf die bevorstehende Fastenzeit vor, als eines Nachts ein Unglück geschieht: Thomas Newman, der wohlhabendste und einflussreichste Mann im Dorf, wurde von der tödlichen Strömung des Flusses mitgerissen. War es ein Unfall, Selbstmord oder gar Mord? Dies herauszufinden, obliegt dem örtlichen Priester John Reve, einem geduldigen Hirten seiner eigensinnigen Herde. Während sich durch die Beichten der unterschiedlichen Dorfbewohner langsam ein Porträt der Gemeinde zusammensetzt, kommen immer dunklere Geheimnisse ans Licht - und die Schuldfrage wird immer dringlicher.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.02.2021

Der Pfarrer ist Protagonist dieses Buches, so Rezensent Tobias Gohlis. Ist er etwa auch der Schuldige? Vom Ende her erzählt sei dieser Thriller, in dem der Westwind, durch den laut Bibel manches Gute in die Welt gekommen ist, eine Brücke, ein reicher Bauherr und die beginnende Aufklärung wichtige Rollen spielen, so der angetane Kritiker. Ihm gefällt, dass es weniger um Gewalt als um Schuld geht - und wie die harte Welt der Dörfler dargestellt wird. So goutiert er neben dem Krimi ebenso den historischen Roman, der in ihm steckt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.01.2021

Rezensent Tobias Gohlis liest gebannt Samantha Harveys im Jahr 1491 in einem englischen Kaff spielenden Krimi über Schuld und Sühne, Mord und Ablass. Wie der die Geschichte berichtende Dorfpfarrer bei der Aufklärung eines Todesfalles in eine Zwickmühle biblischen Ausmaßes gerät, erzählt Harvey laut Gohlis als Seelendrama, "plastisch" und "wendungsreich" und in bildreicher Sprache, die beim Leser noch lange nachklingt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.12.2020

Rezensentin Sylvia Staude folgt Samantha Harvey und ihrem Erzähler, einem gewissenhaften Pastor, ins englische Oakham des Jahres 1491. Was sie da sieht, kirchliche Allmacht und das Elend des einfachen Lebens mit Scheiterhaufen, Wundstarrkrampf und Schwindsucht, erinnert sie in der Plastizität der Beschreibung einer fernen Zeit und von fernen Charakteren an Hilary Mantels Kunst. Eigentümlich, diskret und meisterlich, versichert Staude, erzählt Harvey vom schweren Dasein.

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