Saskia Sassen

Ausgrenzungen

Brutalität und Komplexität in der globalen Wirtschaft
Cover: Ausgrenzungen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015
ISBN 9783100024022
Gebunden, 320 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel. Zunehmende Ungleichheit, krasse Einkommensunterschiede, Flüchtlinge, Zerstörung von Land, Wasserknappheit: Die aktuellen Verwerfungen in der globalisierten Welt können nicht mehr mit den üblichen Begriffen von Armut und Ungerechtigkeit verstanden werden. In ihrem neuen Buch schlägt die renommierte Soziologin Saskia Sassen vor, dass man sie viel besser als Ausgrenzungen verstehen muss: aus dem Berufsleben, dem Wohnort, aus der Biosphäre. Erst dieser gemeinsame Gesichtspunkt macht eine luzide politische Analyse möglich, welche die grundlegende Logik und den Zusammenhang dieser scheinbar getrennten Effekte sichtbar macht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2016

Allenfalls als Vorarbeit zu einem Buch über den gegenwärtigen Kapitalismus lässt Steffen Vogel das neue Buch der Soziologin Saskia Sassen gelten. Die berüchtigte analytische Unschärfe der Autorin kommt laut Vogel auch in diesem Buch zum Vorschein, weniger jedoch die Fähigkeit der Autorin, Zustände und Vorgänge der Zeit begrifflich zu fassen. Den Begriff der Ausgrenzung, den Sassen für ein Markenzeichen des brutalisierten Kapitalismus hält, findet der Rezensent jedenfalls nicht ausreichend präzise gefasst. Der Beschreibung folgt im Buch laut Vogel leider keine Spezifikation des Gedankens oder auch nur eine befriedigende Differenzierung der vermeintlich Ausgegrenzten, von Bauer, Boden und Mittelschicht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.03.2016

In ihrem neuen Buch "Ausgrenzungen" will die Soziologin Saskia Sassen anhand von Staatsschulden, Landverkauf, Finanzmärkten und Umweltzerstörung die zugrundeliegenden Mechanismen der kapitalistischen Globalisierung beschreiben, erklärt Rezensent Maria Exner. Sassen zufolge sei die Menschheit aktuell in eine "neue Phase des Überlebenskampfes" eingetreten, in dem allgemeines Gewinnstreben zur Ausgrenzung immer größerer Gesellschaftsgruppen führt, so die Rezensentin. Leider erklärt Sassen aber nicht, was genau sie unter dem "Kernproblem der Gegenwart" versteht und liefert statt Lösungsvorschlägen nur Verweise auf eine Vergangenheit, in der es der Welt noch besser ging, bedauert Exner. Die Häufung von Beispielen und Statistiken reicht allein nicht für einen wesentlichen Erkenntnisgewinn, findet die Rezensentin, die außerdem schmerzlich eine gründlichere Analyse der Auswirkungen der Digitalisierung vermisst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2015

Christian Schwägerl zeigt sich entsetzt über das Buch der Soziologin Saskia Sassen, derart wenig macht die Autorin aus einem an sich spannenden Thema. Es geht um die Umbrüche im kapitalistischen System, Ultrareiche hier, Verarmte dort. Schwägerl erwartet Antworten, zumindest aber kluge Fragen und Argumente. Stattdessen serviert ihm die Autorin in hölzerner Sprache bloß lieblos aneinandergereihte Statistiken und Fallbeispiele. Wie Ausgrenzung weltweit vor sich geht, vermittelt sich dem Rezensenten auf die Art nicht, noch gelingt es Sassen, Schwägerl mehr als leere "Erregungsvokabeln" zu präsentieren. Von verlässlichen Debattenkategorien keine Spur, meint Schwägerl verärgert.

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