Wie ist es möglich, sich einem Gegenstand, einer Person oder einer Welterfahrung inhaltlich und sprachlich anzunähern? Welche Rolle nimmt welche Sprechhaltung ein, ist es vielversprechend, sich einer wissenschaftlichen Sprache, einer fachbezogenen Einteilung der Welt zu bedienen, um Erleben sprachlich zu fassen? Oder muss eine anders geartete Sprache hierfür herangezogen werden - und wenn ja: Wie kann diese aussehen, wenn eine Ontologie als sinnstiftendes Element immer wieder versagt? In vier Gedichtzyklen geht Saskia Warzecha diesen Fragen nach.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 05.05.2020
André Hattig freut sich schon auf den nächsten Gedichtband von Saskia Warzecha. Gemeint scheint das allerdings als verhaltene, freundliche Kritik am Debüt der Autorin, in dem die Computerlinguistin dem Rezensenten dann doch etwas zu sprachanalytisch vorgeht, semantisch suchend und mit "prekärer" Perspektive. Die in den Worten forschende "Übungen in Genauigkeit" lassen Hattig mitunter nur noch ratloser zurück, dann nämlich, wenn sich das Spielerische in den Texten verselbständigt und dem Rezensenten statt Erleuchtung eher Blendung winkt.
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