Aus dem Amerikanischen übersetzt von Walter Hasenclever, Helga Pfetsch, Eike Schönfeld, Leonore Schwartz und Willi Winkler. Nach der Neuausgabe der drei großen Bellow-Romane erscheinen nun die gesammelten Erzählungen des Literatur-Nobelpreisträgers in einem Band. Die Auswahl traf Saul Bellow noch selbst, die Übersetzungen wurden für diese Ausgabe überarbeitet. Im kleineren Ausschnitt begegnen uns auch hier die Romanthemen Bellows - die Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst, mit seinen eigenen Ungereimtheiten und mit den Rätseln, grausamen Realitäten und Merkwürdigkeiten der Welt um ihn herum. Der Band enthält, neben den großen, klassischen Erzählungen und Novellen, auch die Erzählung "Am St. Lorenz", die hier zum ersten Mal in Buchform auf Deutsch vorliegt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.06.2012
Bei der Besprechung dieser Anthologie mit Erzählungen und Briefen des amerikanischen Schriftstellers Saul Bellow gerät Rezensent Thomas David ins Schwärmen. Gern hat der Kritiker die dreizehn Erzählungen gelesen, in denen ihm viele "schillernde" Figuren begegnen, denen ihr Kampf um Lebenssinn und Respekt im modernen Amerika gemeinsam ist. Amüsiert begleitet David etwa die in der Provinz aufgewachsene Clara, die sich im New Yorker Modejournalismus genauso behaupten muss wie in ihren zahlreich gescheiterten Ehen oder einen in der Stadtverwaltung arbeitenden Akademiker, der am Zustellen eines Schecks des Wohlfahrtsamtes scheitert. Auch die ausgewählten, beeindruckend selbstreflexiven Briefe, die der Autor etwa an William Faulkner, Philip Roth, Martin Amis oder Cynthia Ozick schrieb, sprechen von einer Sehnsucht nach einer "mystisch-religiösen Existenz", die dem Materialismus "dieses verkorksten Zeitalters" trotzt, so der Kritiker, der diesen Band des Nobelpreisträgers nur empfehlen kann.
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