Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Sayaka Murata hat mit ihrem Bestseller "Die Ladenhüterin" und ihrem letzten Roman "Das Seidenraupenzimmer" bewiesen, dass wohl keine andere Autorin derzeit faszinierendere Geschichten über die beunruhigende Natur der menschlichen Existenz erzählt als sie. Die "Zeremonie des Lebens" versammelt 12 ihrer Kurzgeschichten, das Genre, für das Murata in Japan ganz besonders bewundert wird. In diesen so aufrüttelnden wie beglückenden Geschichten über Familie und Freundschaft, Sex und Intimität, Zugehörigkeit und Individualität lotet Murata aus, wie schockierend, fantastisch und unheimlich man denken muss, um etwas Wahres über unsere Realität erzählen zu können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2023
Rezensent Steffen Gnam ist wieder hingerissen, mit welcher Freude am Spiel Sayaka Murata der japanischen Gesellschaft die Maske vom Gesicht zieht und ihren Lesern gleichzeitig von Fluchtwegen aus dem "ganz normalen Alltagswahnsinn" erzählt. Alle Kurzgeschichten dieses Bandes, hat Gnam festgestellt, kreisen um die Suche nach dem wahren Ich und dem Sinn des Lebens - wobei es generell schwierig sei, den in Jahrhunderten ausgeklügelten Konventionen gerecht zu werden, in den Betonsilos von Tokio aber noch ein bisschen schwieriger. "Zwischen Science-Fiction und Groteske" pendelt Sayaka Murata auch in diesem bereits vor sieben Jahren in Japan erschienenen Band, schwärmt der Rezensent.
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